Wer entsprechende Funktionen annimmt, muss damit rechnen, für Sitzungen viel Zeit aufzuwenden. Vor dem Hintergrund ist es keine gute Idee, zusätzliche Termine zu erfinden, wie das bei der Obmännerkonferenz im Gremium Fahrzeughandel der Fall ist. Wenn schon derartige Termine angesetzt werden, müssen die Redner wissen, dass sie sich vor allem Insidern gegenüber kurz halten müssen. Dieses Gesetz, so die Klagen von passiv Betroffenen, soll der Bundesgremialobmann in der jüngsten Obmännerkonferenz massiv verletzt haben. Mit dem Effekt, dass einige Zuhörer ins Reich der Träume gewechselt sind und andere sich gefragt haben, wie sie dazu kommen, eine mehr als zweistündige Suada anzuhören. Zumal bekannt ist, dass die Aufnahmefähigkeit selbst eines wohlwollenden Publikums ohne Pause auf eine Dreiviertelstunde beschränkt ist. Die Opfer dieses ersten Grads der Folter haben freilich ihren Unmut nicht offen gezeigt, sondern sich bei uns über die Zumutung beschwert. Im Sinne künftiger Sitzungshygiene machen wir uns zum Sprachrohr der Herren mit der mangelnden Zivilcourage.