Die Chance auf 285.000 Pkw/Kombi-Neuzulassungen lebt, jubiliert Importeurssprecher Mag. Ingo Natmessnig der Öffentlichkeit entgegen, um sogleich hinzuzufügen, dass der Automarkt noch nicht die Kraft hat, sich wieder allein zu tragen.
Ach, ja? Ich habe das kommen sehen und schon vor Jahren vor dem unausweichlichen Platzen der Absatzblase gewarnt. Aber das wollte und will noch immer keiner hören, solange immer weniger mit Stützungsaktionen vieler Art noch Geld verdienen können.
Die Rabatte von nahezu allen Marken rund um die Ökoprämie haben die Erträge massiv belastet, weiß der Autohandel und die Kreditklemme ließ besonders die Firmenkunden deutlich wegbrechen. Das geht alles zulasten der Liquidität.
Meine Aussagen zur Neuzulassungsstatistik, so meine Kritiker, seien schon deshalb nicht ernst zu nehmen, weil ich mich nicht allein auf theoretische und mathematische Befunde verlasse, sondern auf einen gesunden Instinkt für die Marktrealität setze.
Tja, wer lange genug wie ich die Autohandelsszene miterlebt, bekommt früh ein Gefühl für die Fragilität dieser Autowelt.
Deshalb mein Tipp: Geben Sie nicht allzu viel auf die sogleich beschworene Erholung des Automarktes. Das ist nur Wunschdenken.
Das 2. Halbjahr wird für die gesamte Automobilwirtschaft zur neuerlichen Herausforderung und sollten alle positiven Prognosen nicht zutreffen, dann sehen die Importeure den Markt deutlich einbrechen und der Herr Wirtschaftsminister Mitterlehner darf kurzfristig mit deutlichen Signalen rechnen, anstelle einer weiterführenden Ökoprämie mit der Forderung nach einer ökologisierten Fahrzeugbesteuerung – umweltfreundlicher Neuwagenkauf = zwei Jahre keine Kfz-Steuer! – konfrontiert zu sein. Nur so könne man der nächsten Notsituation ausweichen, zittert die Branche den zweiten 6 Monaten entgegen.
In Wahrheit wird es nicht besser, sondern schlimmer. Als nächstes kracht der Ölpreis, der Dollar ebenso. Und das bisschen Aufschwung, das wir 2010 allfällig bekommen werden, wird aufgefressen von der Stagflation – einer fatalen Kombination aus Nullwachstum und Geldentwertung.
Sorry, immer weniger Leute finden Arbeit oder mit den gebotenen Löhnen ihr Auslangen. Individuelle Mobilität ist dann das Rückgrat der Wirtschaft, wenn wieder ausreichend Kaufkraft geschaffen wird. Tja, das ist die Realität.
