Zunächst stand für die Gastgeber Friedrich Nagl und Ferdinand Jandl der gegenseitige Austausch ihrer Grußadressen und Dankesworte auf dem Programm.
Die Strukturkrise, wie man die Wirtschaftskrise in Innungskreisen allenfalls bezeichnet, kam erst auf Aufforderung aus dem Auditorium, das von annähernd 110 Teilnehmern aus Gewerbe, Industrie, Fachpresse und Funktionären gebildet worden war, auf das Tapet.
Die Veranstalter tun sich schwer mit der wirtschaftlichen Realität. Am liebsten will man die Krise, die – global vorgezeichnet – in der einen oder anderen Form jeden betrifft, nicht direkt ansprechen. Ins Detail gefragt, nutzen z. B. bereits viele Kfz-Betriebe Arbeitsmarktservice-Leistungen, um überschüssige Arbeitskräfte sozialgerecht „zu ver- oder entsorgen“.
Wachstum für alle ist vorbei. Sich darauf einzustellen und z. B. von den Lieferanten vorgezeigte neue Wege zu beschreiten, ist vielen noch nicht geläufig.
Fortgesetzt schöngeredete Wirtschaftsbedingungen verleiten Konsumenten, das Gegenteil anzunehmen und fordern ihrerseits unrealistische Rabatte, warnen Beobachter.
Fazit: Nagl, Jandl & Co. wollen in ihrer künftigen Funktionärsarbeit die Zeichen der Zeit deutlicher reflektieren – vor allem bei Tagungen.
