Was immer noch erfolgreich produziert wird, ist die Lüge. Damit wird Zeit geschunden, weiter Geld vernichtet, die letzte Hoffnung aufrecht erhalten.
Niemand wagt vorauszusagen, wie der Automobilmarkt in den kommenden Monaten sich entwickeln wird. In künstlich aufgeblähten Märkten finden staatliche Gesundbeter ihr Waterloo.
General Motors hat sich von allen Autobauern bisher die blutigste aller Nasen geholt.  Obwohl bislang mit Opel in Europa sehr zu Hause, entwickeln die Amerikaner nicht sehr viel Gespür für die europäischen Zustände. Weder politisch noch sonst wie.
Nun will der nächste Kranke losbrausen. Fiat! Einmal zum Aufwärmen mit Chrysler in der Klasse der aus der Mode geratenen PS-Riesen. Dann aber auch auf direkter Wettbewerbsebene mit Opels Klein- und Mittelklasse. Kein Werk würde geschlossen, kaum Leute entlassen werden, gurrt ein stets eloquent auftretender Sergio Marchionne friedliebende Töne hinaus. Kein Wort findet sich darüber, dass am absehbaren Ende und unter staatlicher Aufsicht die Frage der Eliminierung von Überkapazitäten auf der Tagesordnung steht. Waterloo naht.
Frank Stronachs Magna, selbst ordentlich im wirtschaftlichen Stress verhaspelt, legt sich vielleicht so am Rand mit Volkswagen, Mercedes und BMW an. Wenn sich am Ende Frank und Sergio – mit unser aller Steuergeld natürlich – den mehrstöckigen Kuchen untereinander aufteilen, wäre das als typisch österreichisch anzusehende Lösung keine wirkliche Überraschung mehr.
Letztlich zielt die Automobilwirtschaft aber auf einen ganz anderen Gegner: den Arbeitnehmer. Kaum ein Produzent, der nicht viel zu viel davon hat. Modernste Fertigungstechnik benötigt immer weniger Leute für ein Produkt, das blöderweise ausreichend Kunden braucht. Preis und Technik versagen aber, weil uns Menschen die Arbeit ausgeht. Überall!
Durch Hochzeiten dieser Art entsteht nicht nur eine neue Quantität durch Addition von Opel, Chevrolet und den Fiat-Marken, sondern eine neue Qualität auf der Autoszene. Nicht einfach um eine selbstständige Unternehmung weniger. Nicht einfach ein fetter Konzern noch dicker. Hier läuft der Konzentrationsprozess auf einer höheren Ebene ab, dessen Ende sich jeder selbst ausmalen kann. Bei Waterloo gab es auch genügend Tote.