Der Logik der AK Oberösterreich kann dabei auch ein neutraler Beobachter nur schwer nachvollziehen: Weil Handel und Importeure für knapp die Hälfte der Prämie aufkommen, dürften „bei manchen Autofirmen bei Inanspruchnahme der Ökoprämie die Autos einfach teurer werden“. In einem oberösterreichischen Zeitungsartikel spricht die AK von bislang 6 bekannten Fällen, in denen den Kunden die Prämie vorenthalten worden sei. „Eigentlich sollten die Arbeiterkammervertreter über die seit gestern laufende Ökoprämie jubeln, bietet sie doch gerade für die Arbeitnehmer eine hervorragende Chance, jetzt wesentlich günstiger ein Neufahrzeug zu erwerben“, reagiert Mag. Dieter Wurzer, Geschäftsführer des Landesgremiums des Fahrzeughandels.
Auf Bundesebene lässt der ÖAMTC die Wogen hochgehen: Laut ihm müssten „viele Neuwagenkäufer unterm Strich bis zu 50 % der Prämie“ aus eigener Tasche zahlen. „Damit der programmierte Ärger ausbleibt, müssen dringend Spielregeln für die Händler aufgestellt werden, die vernünftigerweise vom Fachverband kommen müssen“, so ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Mag. Elisabeth Brandau. „Ansonsten wird jeder Besuch beim Autohändler zum Roulettespiel.“
Die Branchenvertreter zeigen sich erzürnt. Dr. Christian Pesau, Geschäftsführer des Arbeitskreises der Automobilimporteure, verweist darauf, dass der ÖAMTC Angebote zu Informationsgesprächen ausgeschlagen habe. Dass er jetzt über die Medien gegen die Ökoprämie opponiere, sei unverständlich: „Diese Diskreditierung des Autohandels weisen wir entschieden zurück.“ Ins gleiche Horn bläst Bundesgremialobmann Mag. Dr. Gustav Oberwallner, der vom „Hintreten auf am Boden liegende Unternehmen“ spricht.
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