Kleiner und alternativ, lautet die Devise auf dem 79. Salon in Genf. Opel, von Kameralegionen umringt, die auf Sensationelles zur Krise des deutschen Autobauers unter der noch US-Fuchtel lauern, lenkt mit der Ampera-Studie davon ab. Saab häutet sich hinter weißem Schleier und die zahlreichen Anhänger hoffen auf das Schwedenwunder. Lediglich Chevrolet unter dem GM-Dach gibt sich gelassen und harrt der Dinge, die da kommen.
Ansonsten spielen bei allen namhaften Anbietern kleine Autos mit sparsamen Motoren, alternative Antriebe, E-Mobile und Hybridmodelle die Hauptrolle. Eine Nummer kleiner, dafür besser ausgestattet, hat der aktuelle Trend mit dem Begriff „Downsizing“ auch gleich seinen passenden Begriff gefunden. Mit großer Karosserie, aber mit kleinem Motor, hat der VW Polo auf der Messe angerichtet. Alles, was früher „Green“ war, ist jetzt „Blue“: Ad Blue von Audi, BlueMotion von VW, Blue Efficiency von Mercedes, aber auch Blue Dynamics von Varta sind Zeugnisse teuerster Forschungsergebnisse. Dennoch bleibt der Verbrennungsmotor unser treuer Krisenbegleiter.
Natürlich ist die Messe auch in Genf wieder ausgebucht und „20 Interessenten blieben auf der Warteliste“. Fragen sich die Besucher nur, Herr Messepräsident Rolf Studer, warum dann statt Castrol, Mobil, Michelin und eine Reihe anderer traditioneller Exponenten heuer einer nostalgischen Formel-1-Startaufstellung mit 17 Rennwagen den Vortritt geben mussten. Die Logik der Messemacher bleibt oft unergründlich.
Dennoch hinterlässt die Wirtschaftskrise auch in der Schweiz ihre Spuren. Bis zu 20 % weniger NW-Verkäufe werden 2009 erwartet, stöhnt der Autohandel. Die Garagisten, wie die Werkstätten in der Schweiz heißen, freut es und dementsprechend melden die Werkstatteinrichter, Produkteanbieter und Dienstleister eine gute Auftragslage.
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