Nur in Österreich scheinen die Markenbosse den Ernst der Lage nicht so recht erkennen zu wollen. Während die US-CEOs die Regierung um Geld anbetteln, verstecken sich z. B. Yves Le Forsonney und seine Opel-Mannen vor den Tatsachen. Opel ist pleite und auch Ford und Chrysler geht es um nichts besser. Weitere Marken werden folgen. So steht es überall in den Schlagzeilen. Jahrzehnte hat man mehr oder minder an den Bedürfnissen der Kunden vorbei überall auf der Welt die Autos in den Markt gedrückt. Österreich macht(e) da keine Ausnahme. EU und globale Marktstrategie haben die regionale Wirtschaft ausgelaugt. Jetzt hocken wir vor dem Scherbenhaufen einer ungebremsten Expansionspolitik.
Anstatt jetzt mit den Händlern Klartext zu reden, werden immer noch schöne Reden geschwungen und die Händler und ihre Verbandsgranden streiten sich mit den Importeuren um Werte, die nicht mehr vorhanden sind. Besonders Opel ist kaputt gewirtschaftet, zu viele fremde Köche haben den heimischen Opel-Leuten zugesetzt. Jetzt strauchelt der Handel, droht auf breiter Front an seinen Schulden zugrunde zu gehen. Außer Albert Still, der ist Deutscher, traut sich keiner den Mund aufzumachen.
Sehr geehrter Herr Le Forsonney!
Reden Sie bei Ihrer nächsten Händlertagung endlich Tacheles!
Die Konzernmutter samt Opel in Deutschland ist pleite. Auch der Importeur ist pleite. Müssen mutwillig auch noch leistungsfähige Händler daran glauben, nur weil die werkeigenen Importeursmanager nicht zugeben dürfen, dass ihr Handlungsspielraum derzeit gleich null ist. Da lobe ich mir den viel getadelten Friedrich Frey von Toyota Austria. Seine teils restriktiven Maßnahmen waren in den Glanzzeiten des Autohandels vielen Händlern zu brutal. Diejenigen, die ausgehalten haben, fühlen sich in der auch an Toyota nicht vorbeigehenden Krise heute relativ sicher im Netz von Frey. Und bei Porsche Austria hört man keinen Mucks vom freiwilligen Abgang eines Volkswagen-Markenpartners.
Es ist aber auch ein Helmuth Günther zu hinterfragen, warum es mit Opel derart rasant bergab gehen konnte. Im Spiel der Interessen wurde viel Kleingeld gewechselt. Es muss ja nicht gleich der von unserer neuen Regierung vorgeführte Kuschelkurs sein. In der Not der Hersteller/Importeure hilft den Händlern vielleicht mehr Eigeninitiative.
Die gescheiten Leute haben in den letzten Jahren die Märkte mit Ware überschwemmt, allerdings, dem Shareholdervalue götzenhaft verfallen, keine Kaufkraft geschaffen. Das wird jetzt die Aufgabe der Hinterbliebenen in den Regionen sein, die lokale Wirtschaft wieder aufzupäppeln. Le Forsonney & Co. haben keine Antworten mehr, weil ihr Headquarter im finanziellen Desaster verstummt ist. Sie dürfen nichts mehr sagen. Sie kämpfen selbst ums Überleben. Darum sagen wir es, wenn auch nicht im rechtlichen Sinn, stellvertretend dem Handel: „Auch der Importeur ist pleite!“
Ein Herr Hellmaier, ein Herr Frey, ein Herr Stadler haben mehr Spielraum und v. a. den lokalen Überblick. Dieses Detail wird für Händler dieser Sorte jetzt schlagend.
Es wird mich nicht wundern, wenn finanziell gut bestellte Händler wie nach dem 2. Weltkrieg wieder Importeursstatus erhalten. An diese Zeiten werden besonders bei Opel Günther, Braunstein usw. wieder erinnert. Der inaktive unternehmerische Rest wird weiter auf die Hilfe vom Staat hoffen. Und die Hoffnung, wie wir alle wissen, stirbt zuletzt.
