Laut dem gestern zwischen EU-Parlament, Kommission und einigen Mitgliedsstaaten erzielten Kompromiss sollen in vier Jahren 65 % der Neuwagen maximal 120 g ausstoßen. 2013 sollen es 75, ein Jahr später 80 und 2015 dann 100 % sein. Bis 2020 gelten 95 g CO2 pro km als Zielwert. Die schon ab 2012 fälligen Strafzahlungen werden (jeweils pro Gramm) mit 5 € bei 1 g Überschreitung, 15 € bei 2, 25 € bei 3 und 95 € ab 4 g beziffert. Gewisse Ausnahmen gelten für kleine Hersteller und „Öko-Innovationen“. Nun müssen das Parlamentsplenum und alle 27 EU-Länder diesem Modell zustimmen, womit noch heuer gerechnet wird.
Zwiespältig beurteilt Mag. Dr. Gustav Oberwallner, Bundesgremialobmann des Fahrzeughandels, die Einigung: „Die produzierende Industrie braucht ihre Zeit.“ Zwar sei die Verschiebung gegenüber den ursprünglichen Plänen zu begrüßen, Strafzahlungen und Grenzwerte könnten aber dennoch den ohnehin schwierigen Markt beeinträchtigen. Besonders kritisiert Oberwallner das Abstellen auf den durchschnittlichen Flottenausstoß einer Marke: „Was für einen Sinn hat es, einen Hersteller dazu zu zwingen, Vollsortimenter zu werden?“ Sinnvoller wäre für Oberwallner beispielsweise eine Ausdehnung des in der Industrie möglichen Emissionszertifikatehandels auf die Autobauer.
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