Legen wir dem Thema „nebelspalterisch“ die Satire zugrunde und zitieren daraus Jörg Kröber:
Schönes Global village: Im Ost-End frönte man noch vor geraumer Zeit dem kommunistischen Manifest, investment, pardon: Im West-End berauschte man sich derweil an einem nicht enden wollenden kapitalistischen Money-Fest. Marx gegen Murks. Und am Ende der neoliberalistischen Bilanz steht jetzt der Saldo mortale. Und die Erkenntnis: Money makes the world go down.
An den Börsen herrscht jetzt das Zahlenpalindrom – eine Zahlenkette, die von vorn und von hinten gelesen gleich bleibt und nicht immer einen Sinn ergeben muss: Manche Bankrotteure verheizen ihre ganzen wertlos gewordenen Aktien in einem riesigen Reuefeuer und funken die Verzüge der Verstaatlichung preisend mit Marx- und Engelszungen ihr SOS an die Regierungen.
Da sage noch einer, die Wirtschaftsbosse und -bossinnen seien in ihrem kapitalistischen Saldo mortale nicht flexibel: Wenn es ums Verteilen ihrer Verluste geht, stellen sie ihre talkshowerprobte Sprechblaseninkontinenz gar in den vermeintlichen Dienst des Sozialismus. Auf den Peanuts-Feldern der Großbanken (wie einst 1994 der ex-Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper Milliardenverluste zu bagatellisieren pflegte) verbrennen inzwischen (B)Milliarden von virtuellem Geld wiederum Millionen von Arbeitsplätzen. Die Aufräumarbeiten bleiben uns – dem Volk – nicht erspart.