Er negiert Händlerverband-Einladungen ebenso wie Autohaus-Neueröffnungen. Ein besonderes Beispiel von Arroganz leistete sich der Fiat-Repräsentant in Eisenstadt: Er  blieb der Autohaus-Eröffnung von Ing. Peter Nemeth, immerhin eine 3,8-Mio.-€-Investition, fern. Nicht, dass die rd. 800 Besucher nach Mayr skandiert hätten, er brüskierte seinen mit 60 Jahren Fiat-Tradition behafteten Vertriebspartner. Nemeths zweite Marke Kia war mit Präsident Deok-Jeong Im und Managing Director Mag. Wilhelm Jelinek vertreten.

„Mayr versteckt sich hinter Budgetverhandlungen, weil er das ganze Geld für Trader und Wahnsinnsrabatte braucht, damit er die Kurzzulassungslawine mit heuer über 3.000 Fahrzeugen zu „0“-Kilometer-Leistungen aus dem Land sprengen kann, bevor es seine eigene Absatzstrategie darunter begräbt“, ätzt sein nahezu kompletter Händlerverband. Dazu der Umzug weg vom Arbeiterbezirk in Wien Favoriten zurück ins noble Schönbrunn. An jenen Ort, wo Fiat einst reale Marktanteile weit jenseits der 15 % zustande gebracht hat. Hoffentlich ein gutes Omen!

Dazu passt auch eine Fiat-E-Mail an die Händler zum Thema „Aktionsfahrzeuge November bis 34 %“, die wir unseren Abonnenten als Faksimile im Anhang nicht vorenthalten. „Durch Ausfall von Großkundengeschäften“, beginnt die Offenbarung an die Händler, hat der Importeur die Möglichkeit, „besonders attraktive Fahrzeuge zu sehr guten Konditionen“ anbieten zu können. Wird das Angebot nicht angenommen, bietet sie Fiat „einem Trader“ (!) zu „Großhandelskonditionen“ an. Die geschäftliche Nähe von Mayr zu einem oberösterreichischen „Trader“ zieht sich wie ein Daxl-, pardon Tatzelwurm, durch das Geschehen. Direkter, und das ist die Quintessenz, kann man seinem Händlerpartner nicht mehr mitteilen, dass er im Direktgeschäft des Importeurs unerwünscht ist. Dass das alles nur eine bösartige Unterstellung sei, wird wiederum aus Händlerkreisen dementiert.

Mayr im AUTO-&-Wirtschaft-Interview vom Oktober 2005: „In Österreich haben die Händler und der Importeur das gleiche Interesse: Mit der Marke Fiat zu wachsen und davon letztlich zu profitieren.“ Wofür steht bei Mayr das A heute? Hoffentlich nicht für Aktionsfahrzeuge, Arroganz und Alleingänge. Damit kein fehlgeleiteter Gedanke aufkommt und der Vollständigkeit halber noch die Namensauflösung: Das A zwischen „Josef“ und „Mayr“ steht für Alois. Cordiali saluti!