Das M+S-Geschäft ist mehr oder minder gelaufen. Unter dem Schlussstrich haben alle Branchenteilnehmer im Ertrag „Profil“ liegen lassen. Abgerechnet werde allerdings erst Ende November, verbinden die Marktmacher damit die Hoffnung, doch noch von einem Wintereinbruch begünstigt zu werden.
Die mediale Wirkung der „Winterreifenpflicht“ (sie ist rechtlich gesprochen eine Verordnung) verfehlte nicht ihre Wirkung in der Öffentlichkeit und half, die Absatzkrise zu lindern.
Beim Konsumentenschutz häufen sich allerdings die Beschwerden, dass im Überschwang der „Servicebereitschaft“ dem eigentlich nur zum Reifenwechsel gekommenen Kunden letztlich mehr an Zusatzleistungen „abverlangt“ worden sei, als beabsichtigt und leistbar gewesen sei.
Während die Verschiebung vom Reifenhandel zum Autohaus maximal 2 bis 5 % ausmachen dürfte, geht das Günstigpreis-Segment auch für namhafte Reifenmarken stärker zulasten der Premium-Angebote.
Kumulativ über das gesamte Angebotsspektrum betrachtet, meinen die Auguren, werde sich der M+S-Gesamtmarkt heuer um 5 und 7 % verringern. Aufgrund massiver Qualitätsprobleme sollen Billigfabrikate asiatischer Herkunft im Markt keine wesentliche Rolle gespielt haben.
Stärker machen sich Internetkäufer (jüngere Käuferschichten) und Pensionisten bemerkbar, die aus Kostengründen auch „selbst“ ihre Räder umrüsten.
Dem Sommerreifen-Markt 2009 tritt die Anbieterschar mit „größter Vorsicht“ entgegen. Begleitet von Produktionsdrosselung rechnen die Insider unter Berücksichtigung weiteren Kaufkraftverlustes mit einem deutlichen Anwachsen der „Ganzjahresfahrer“ auf Winterreifen – speziell im Zweitwagen-Kundensegment. Das Umrüstgeschäft bei NW von Standard- auf Komplettrad mit Breitreifen und Alu-Felge sehen sie realistisch betrachtet ebenfalls unter Druck.
