In seiner Festrede zum 25-Jahr-Jubiläum des Großen Österreichischen Automobilpreises spannte Vranitzky einen Bogen von der ersten Automobilpreis-Gala im Palais Liechtenstein über ein Spannungsfeld, das durch die Wechselwirkung von aufkommendem Umweltschutz und der Skepsis von Industrie und Arbeitnehmern entstand, bis zur Wirtschaftskrise, die Teile der Industrie erfasst hat. Die Formel „Sichere Arbeitsplätze in einer sauberen Umwelt“ habe Wirtschaftswachstum geschaffen, das zugleich schädliche Auswirkungen der Industrie und ihrer Produkte verminderte. Vranitzky forderte mit einem Zitat von der österreichischen Unternehmerin Angelika Kresch (Remus & Sebring) zu Mut in der Krise auf. Die habe die eindrucksvolle Entwicklung der österreichischen Fahrzeugindustrie in der zweiten Jahreshälfte dramatisch umgedreht. Die politisch Verantwortlichen hätten im Gegensatz zu 1929 aktuell richtig reagiert und wohldurchdachte Maßnahmen gegen die Krise gesetzt, um auf den Finanzmärkten keine Krise zuzulassen. Schließlich meinte Vranitzky am Tag der Wahl von US-Präsident Obama auch, Europa müsse eine eigene Position entwickeln, bevor man mit dem neuen Mann im Weißen Haus zusammentreffe. Hinderlich seien dem Entwickeln einer gemeinsamen europäischen Linie, dass der Vertrag von Lissabon nicht Realität geworden sei und die komplexen Koalitionssysteme in Europa nicht ausreichend Stabilität bieten würden: „Ab sofort sind die USA politisch gefestigt, Europa aber nicht!“
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