Mag. Rudolf Fric, Präsident des Verbands Österreichischer Leasinggesellschaften (VOL) und Chef der BAWAG P.S.K. Leasing sieht bei aller internationalen Dimension den heimischen Kfz-Leasingmarkt nicht in einer Konsolidierungsphase. Allerdings wirke sich die Finanzkrise in der Verknappung der Liquidität zur Refinanzierung aus, was zur Verteuerung der Leasingraten führe. Die gute Nachricht sei die Tatsache, dass bestehende Leasingverträge davon nicht berührt seien. Der Zinsenanteil in Neuverträgen werde sich hingegen, soweit derzeit absehbar, in nächster Zeit zwischen 0,5 und 1 Prozentpunkten erhöhen.

Weiter sinkende Fahrzeugrestwerte könnten sich bei Fortentwicklung der Finanzmarktkrise zu einem Problem auswachsen, das man im Auge behalten müsse. Fric ist jedoch zuversichtlich, dass ein stabiler Pkw-Markt die Lage rasch wieder beruhigen könne. Die Aufnahmefähigkeit der GW-Märkte in Südosteuropa sei jedoch von wesentlicher Bedeutung.

Eine Konjunkturdelle sei noch nicht sichtbar, ein Rückgang am Leasingmarkt für 2009 nicht prognostizierbar. Die Leasingbranche in Österreich sei relativ resistent gegen Krisen, was sich schon einmal Anfangs der 90er-Jahre bewahrheitet habe. Jedenfalls seien keine vorbeugenden Steuerungsmaßnahmen im Apparat geplant. Betriebswirtschaftliche Vernunft stehe jetzt im Vordergrund, gibt sich Fric gelassen. Die Kfz-Leasingwirtschaft sei eng mit dem Schicksal ihrer Vertriebspartner verbunden. Dennoch sei die Stimmung zuversichtlich.

In dieser Gemengelage seien stabile Partnerschaften gefragt und kaum Platz für weitreichende Veränderungen im Anbieterfeld. Fric hegt sogar den positiven Verdacht, dass sich dadurch kurzfristig sowohl der GW-Absatz als auch die Leasingnachfrage beleben könnten. Konsumenten greifen in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten zu leistbaren Einkaufsquellen. Der Wettbewerb werde auf fallende Märkte mit individuell angepassten Leasingalternativen reagieren, ist sich Fric sicher.



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