Für einen normalen Menschen hat ihn ohnehin niemand mehr gehalten. Gleich mehrere Wunder belegen die Übermenschlichkeit und Unsterblichkeit des Dr. Jörg Haider. Zum Wesen der Kärntner Schmalspurversion von Lady Diana gehört gemeinhin der Umstand, dass der Heilsbringer seinen Auserwählten aus dem Nichts erscheint. Das eigentlich Wundersame an Haider ist nicht seine höhere Wirkungsmacht, sondern vielmehr die Fügung, dass sich sein helfendes Eingreifen immer genau dann zeitigte, wenn sich das profane menschliche Handeln wieder einmal in eine Sackgasse manövriert hatte, worauf die österreichische Politik bekanntlich besonders anfällig ist.
Tempo 142 und 1,8 Promille waren also nur ein überfälliger Schritt in der Tradition der klassischen Politik: Mit einem effektvollen, plötzlichen Auftritt sorgte er dafür, dass die irdische Tragödie ihren weiteren Lauf nehmen kann. Der falsch aufgeladene Mythos geht medial in die Verlängerung, taugt aber im Alltagsleben für niemand zum Vorbild.
Wer zahlt den Schaden für Dienstwagen, Flurschaden und den ganzen technischen Aufwand zur Ursachenermittlung? Haiders Familie? Nein. Sicher der Steuerzahler! Nur der bekommt beim gleichen Vergehen kein Staatsbegräbnis auf Landesebene spendiert! Selbst BZÖ-Sympathisanten dürfen maximal ihr „Bündnis Zur Ölung“ im Alkohol ertränken. Mit dem Segen der Kirche, die dafür den Stephansdom fürs Requiem aufbietet und das Kondolenzbuch weiht.
