Dabei sind unsere Funktionäre weitblickend. Sie retten sich, meistens ausgestattet mit einem Kommerzialratstitel, ins kammerale Ausgedinge. Der Klein- und Mittelstand, die normalerweise jede Wirtschaft treiben, werden dabei vernachlässigt. Die Politik indes verspricht die Spareinlage- und Girokontosicherung, auch wenn es bis dato – europaweit – nur Absichtserklärungen sind. Egal welchen Couleurs, die Regierenden haben anderes im Sinn als die KMU. Die müssen sich schon selber helfen.
Die Kammerspitze flüchtet ins Notprogramm. Wo ist jetzt Raidl, Schüssels Wirtschaftsintimus zum Beispiel, oder Novotny, der Bankensanierer im Auftrag der Sozialisten, mit Antworten? Sie arbeiten lieber an Absichtserklärungen. Finanzierbare Kaufkraftstärkung im eigenen Land ist denen wohl zum Fremdwort verkommen. Die real gewordene Rezession lähmt nicht nur die Politiker, sondern auch ihre fortgesetzten Politstrukturen wie die Kammern.
Jetzt, wo das Kapital nach dem Staat und der wiederum nach des Volkes Geld giert, sind diese Konstruktionen plötzlich out statt in. Die Altfunktionäre danken als Unternehmer ab (gescheitert wäre auch passend) und retten sich in die Pfründe der Kammern. Neben dem globalen Desaster ist das lokale Desaster auch nicht gerade klein.
Der Klein- und Mittelstand dürfen bald wieder Voest, Udeholm, Magna usw. unter die Arme greifen, weil die Weltmärkte nicht mehr funktionieren. Herr Raidl, Sie sind Ihre Antwort schuldig und werden ebenso wenig ins Kittchen müssen wie das hemmungslos spekulierende Bankenmanagement.
Die wirkliche Antwort des fortwährend getäuschten Wählervolks steht noch aus. Da gehen sich inzwischen noch ein paar Lügen aus. Placebos ohne heilende Wirkung oder ist alles nur Einbildung?