Die beiden Unternehmen, die vor allem die Automobilindustrie mit Lederware beliefern, entlassen Giftstoffe in die Raab (B.). Dagegen protestiert man vor allem in Ungarn, wo sogar ein entlang des Flusses gelegenes Naturschutzgebiet betroffen ist. Doch auch in Österreich wird immer wieder Kritik laut.
Nun beklagt Greenpeace, dass Wollsdorf Leder „bei fast allen amtlichen Kontrollen in diesem Jahr“ die Abwassergrenzwerte überschritten habe. Beim sog. biologischen Sauerstoffbedarf betrage die durchschnittliche Überschreitung gar 50 %. Lobende Worte finden die Umweltschützer dagegen für Boxmark: Der Konkurrent habe beispielsweise die Emissionen von Napthalin-1.5-Disulphont um mehr als 90 % reduziert. „Umso ärgerlicher ist es, dass die Führung von Wollsdorf Leder nicht in der Lage zu sein scheint, das offenkundige Abwasserproblem zu lösen“,  kritisiert Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster. Auch die Behörden seien bisher zu zögerlich, daher habe man eine Sachverhaltsdarstellung an Landeshauptmann Franz Voves übermittelt.
Pikantes Detail: Greenpeace weist darauf hin, dass das ehemalige Boxmark-Management seit Anfang 2007 bei Wollsdorf Leder tätig ist. Wenig später habe Boxmark zugesagt, eine knappe Mio. € in Umweltschutzmaßnahmen zu investieren, während bei Wollsdorf Leder die Probleme überhand genommen hätten.



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