295.000 Neufahrzeuge werden sicher auch heuer die Zulassungsstellen in Österreich passieren, keine 260.000 jedoch innerhalb der 12-Monatsfrist (Gesamtzulassungsjahr) einen privaten oder gewerblichen Nutzer haben. Damit vergrößert sich das Loch in der Bestandsstatistik von Monat zu Monat und das Kfz-Gewerbe kämpft mit Auslastungswerten von bereits unter 70 %. Wir nennen nur keine Namen, weil ansonsten Banken und Financiers noch unruhiger reagieren würden, als sie es jetzt schon tun.
Auch „Exportmärkte“ verstopfen. In Deutschland ist der Kurzzulassungsanteil inzwischen auf 30 % geklettert und in anderen EU-Ländern entwickelt sich die Sache nicht besser.
Für viele in der Autovermarktungskette ist der Punkt gekommen, bei den Kurzzulassungen analog zur Marktrealität den (aller)letzten Bremspunkt zu erwischen, damit nicht noch mehr Kapital vernichtet wird.
Ein untrügerischer Indikator für die Richtigkeit unserer Ansichten sind die Kfz-Versicherungen. Tausende Kurzzulassungsstornos liegen in ihren Schreibtischladen. Reale Bestandszuwächse gibt es zurzeit nicht, 70 % aller Kurzzulassungen werden unwiederbringlich ins Ausland verschoben.
Konstruktionen, wie hier exemplarisch Charterline (Buchbinder) genannt werden kann, sind letztendlich nur „Verschiebebahnhof“, um unverkaufte Autos in der Markenstatistik als verkauft darstellen zu können. International operierende Markenvertriebsmanager machen sich die Sache einfach: Die paar hundert Stück, die z. B. nach Deutschland infiltrieren, tun diesem Markt nicht weh und Österreich ist damit geholfen. Das mag im Einzelfall zutreffen, nur ist Opel mit dieser Vorgangsweise nicht allein. Der Verschiebebahnhof für Kurzzulassungen ist stark frequentiert und keiner will wahrhaben, dass diese (Schach-)Züge ins wirtschaftliche Nirgendwo führen.
Das Wegschauen vor der wirtschaftlichen Katastrophe ist gelebte Praxis. Die Geschichte wird uns lehren, was hätte verhindert werden müssen, aber an Negativbeispielen in allen Lebenslagen reich, verabsäumt wurde.