Den Fahrzeughandel kann’s freuen. Zumal wenn Auto- und Zweiradhändler derselbe Betrieb sind und umfassende Zubehörverkäufe den Abschluss noch versüßen. Ein Gespräch, bei dem Wünsche und Gewohnheiten des Kunden analysiert und sein Mobilitätsbedarf wirklich ermittelt werden, schadet nicht, wenn man den Kunden langfristig gewinnen möchte. Denn spreche ich mit Zweiradbesitzern, treffe ich scheinbar immer genau die, denen es nicht gelingt, auf eine einigermaßen ansehnliche Zahl von Kilometern pro Jahr zu kommen. Außer Freaks, die mit dem Zweirad aufdrehen, das Stauchaos oder die Parkraumbeschränkungen für sich ausnützen wollen, ist Durchschnittskunden mit einem familienfreundlichen neuen Auto in Wahrheit besser gedient.
Zweiräder werden, verglichen mit Autos, offensichtlich fast alle uralt: Die meisten ignorieren die Erfindung des Katalysators, fast alle blasen – so riecht es zumindest – offensichtlich eine schöne Menge unverbrannten Kraftstoffs aus. Auch wenn das eigentlich nicht mehr zeitgemäß ist. So lustig ein Roller für Fahrten in der Freizeit und Zustellung ultraleichter Sachen in der Stadt ist, so ungeeignet ist das Zweirad als genereller Autoersatz, speziell wenn das Wetter uns nicht mehr mit Sonne und Wärme verwöhnt. Und einmal abgesehen vom Verletzungsrisiko: Vergleicht man den Kraftstoffverbrauch, so ist der Umstieg auf das Zweirad im Vergleich mit wirklich sparsamen Kleinwagen nicht so wirtschaftlich. Für viele Kunden, die mehr Transportkapazität brauchen, wäre nämlich ein neues abgasarmes Auto langfristig die universeller nutzbare, bessere Investition.
