Wie in unserer letzen Ausgabe berichtet, wird die Generali künftig bei Fahrzeugen mit einem geschätzten Restwert von weniger als 2.000 € auf das Einstellen in Wrackbörsen verzichten. Abgesehen vom generellen Nein zu Wrackbörsen, das derzeit ausschließlich von der Garanta praktiziert wird, gehen die anderen Versicherungsanstalten recht unterschiedlich mit dem Thema um.
Bei carplus, Tochter der Wiener Städtischen, verweist man darauf, dass man ohnehin keine allgemein zugängliche Börse, sondern das System Nexa nütze: „Dadurch haben wir unmittelbaren Einfluss auf die Firmen, die anbieten“, sagt Geschäftsführer Dr. Franz F. Gugenberger. Ebenso könne man auf Härtefälle reagieren. Hinzu komme die den Kunden eingeräumte Möglichkeit, Reparaturen bis zu 80 % des Zeitwerts durchführen zu lassen, wenngleich diese in der Praxis kaum in Anspruch genommen werden.
Ebenso wie carplus sieht auch die Allianz keine Veranlassung, ihre bisherige Wertermittlungspraxis zu ändern. Ob und wie häufig es gerade bei sehr günstigen Fahrzeugen sozial bedenkliche Härtefälle gibt, will man freilich nicht so recht beantworten.
Bei der Zürich Versicherung betont man, dass es „in der täglichen Praxis kaum Problemfälle“ gebe. Die Wrackbörse, zitiert man den ÖAMTC, könne „sogar ein Segen für den Kunden sein“. Die vehemente Kritik, die aus dem Kfz-Gewerbe an den Restwertbörsen geäußert wird, ist für Pressesprecher Klaus Kotek schwer verständlich: „Die Kfz-Werkstätten sind in diesem Thema allenfalls ein zusätzlicher Kaufinteressent.“ Vor der Einführung von Online-Börsen hätten die Betriebe eben „die Wracks selbst günstigst erworben und mit hohen Spannen weiter verkauft“. Mittlerweile verbleibe dieser Vorteil beim Kunden.