Dass dazu kein Anlass besteht, beweisen tagtäglich Staus, die zum Teil ungekannte Ausmaße erreichen. Obwohl schon viele das Auto stehen lassen und auf Öffis umsteigen und damit den Verkehr entlasten. Das Auto ist für alle, die es sich leisten können, ungebrochen attraktiv. Das beweisen nicht nur Automessen, die Massen anziehen – auch wenn diese nicht sofort hergehen, um ihr Sparschwein zu plündern. Aber sie interessieren sich für Autos, auch wenn ihnen heute vielfach Internet und Handy das Geld, das früher für die Auto-Rate aufgewandt wurde, wegfressen.
Es gibt schließlich auch Navis, mit denen man den Stau umfahren und damit den kostbarer gewordenen Kraftstoff sparen kann. Und ein Navi kann man sich auch für das alte Auto leisten und kommt vielleicht auf den Geschmack und möchte es nicht mehr missen, vielleicht beim nächsten Auto, das mit dem Kraftstoff sorgsamer umgeht als der alte, und so einen Kaufimpuls bringt.
Auf die Zukunft zu setzen, von der wir noch nicht genau wissen, wie diese aussehen wird, sie mitzugestalten und über Lösungen nachzudenken, die in einer ökologisch strenger gewordenen Welt Bestand haben kann, läutet im Kopf die Renaissance des Autos ein. Denn das Auto stiftet, abseits jeder Ideologie der Autofeindlichkeit, unverändert maximalen Nutzen: Jede Mutter, die mehr als ein Kleinkind in der Stadt mitzunehmen hat, kann mehrere Geschichten erzählen, die sie erlebt hat, als sie mit Öffis gefahren ist – Kind in der Bim und Mutter mit dem zweiten Gschrappn draußen vor geschlossenen Türen ist häufiger als man glaubt. Von Wegen, die mit Öffis nahezu gar nicht zu bewältigen sind, mit dem Auto aber ein Klacks, einmal ganz abgesehen. Weshalb sich auch in jeder noch so autofeindlichen Stadt das Auto hält – allen Straßenrückbaumaßnahmen der Verkehrsplaner zum Trotz. Vielleicht in Form des CarSharing, das international etablierter ist als wir das wahrhaben wollen.
Das Auto wird nicht so schnell aussterben, wie sich das extrem Grünbewegte wünschen. Darüber nachzudenken, wie man es in Zukunft noch perfektionieren kann, macht unser liebstes und bequemstes Fortbewegungsmittel nur noch attraktiver und konkurrenzfähiger.
