Laut Rainer Kubicki (B.) ist die Zahl der Fälle um 5 % gestiegen. Im Bundesländerranking verzeichnete das Burgenland den größten Zuwachs. Die Insolvenzquote ist in den Bundesländern Wien, Burgenland, Kärnten und Steiermark am höchsten. Gleichzeitig haben die eröffneten Privatinsolvenzen deutlich (um 18 %) zugenommen.
Im Rahmen der Präsentation dieser Zahlen nahmen Alfred Brogyanyi (Vereinigung der Wirtschaftstreuhänder), Leo Chini (WU Wien, Institut für BWL der Klein- und Mittelbetriebe) und Alexander Maly (Fonds Soziales Wien) zu den Hintergründen der Zahlungsunfähigkeit von Firmen und Privaten Stellung. Neben der Teuerung bei Krediten (Basel II) sowie der Treib- und Rohstoffe wurden die stagnierenden bis gefallenen Reallöhne speziell in den unteren Kategorien ins Treffen geführt. Brogyanyi und Chini betonten, dass die Regierung in den letzten Jahren bei der Umsetzung von Vorschlägen untätig gewesen sei, was sowohl die Erleichterung der Eigenkapitalbildung in Kleinstbetreiben als auch die Optimierung von Betriebssanierungen betreffe. Chini unterstrich, dass die Wirtschaftspolitik der derzeitigen Teuerungswelle hilflos gegenüber stehe und daher die Entwicklung einer Wirtschaftskrise mit stark steigenden Insolvenzfällen zu befürchten sei.
