Quer durch Österreich spürbar reduzierter Kundenverkehr in den Schauräumen kennzeichnet derzeit die Lage im Autohandel. Dennoch weist die Statistik Austria für den Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat mit 0,6 % Rückgang ein auf den ersten Blick moderates Verkaufsergebnis aus.
Dennoch verursachen 28.364 Pkw-Neuzulassungen in der Markenvertriebswelt Kopfschütteln, da sich für viele Teilnehmer dieses Ergebnis in ihren Auftragsbüchern nicht abbildet. Ganz im Gegenteil: Die EURO2008 entpuppt sich zunehmend als Marktbremse, Autohändler sprechen bereits von einer dadurch verursachten Vorverlegung der Ferien.

Puntinger vermutet einen dramatischen Anstieg an Kurzzulassungen, um das Marktergebnis zu schönen. Vorziehkäufe fanden seiner Analyse zufolge im kaum spürbaren Ausmaß statt. Endkunden „streiken“, weil ihnen das Geld für  Neuanschaffungen fehlt und Firmenkunden „reizen“ inzwischen jedes Preisangebot des Handels bis zu deren wirtschaftlichen Schmerzgrenze aus.
Das Werkstattgeschäft leidet ebenfalls, zufriedene Auslastung sei bestenfalls noch an Vormittagen gewährleistet. Puntinger: „So leid mir die Aussage auch tut, derzeit sind die Probleme der Branche deutlich sichtbar. Die jährliche Überprüfung von Fahrzeugen schreit nach Wiedereinführung, denn freiwillig kommt kein Kunde mehr in die Werkstatt.“ Zu diesem Thema gibt es mit dem Faymann-Ministerium am 23.6.2008 gemeinsam mit dem Bundesgremium einen weiteren Termin, um auf die prekäre Lage der Branche hinzuweisen.