Wie kann Elektromobilität zukünftig auf Österreichs Straßen umgesetzt
werden? Nach effektiven Lösungen wird dabei in derzeit acht
E-Mobilitätsregionen gesucht.
Knapp 16 Mio.€ an staatlichen Förderungen flossen in den letzten
vier Jahren in die Modellregionen. Ziel von Umweltminister Nikolaus
Berlakovich ist es, "bis zum Jahr 2020 rund 250.000 Elektrofahrzeuge
auf Österreichs Straßen zu bringen und damit 430.000 Tonnen CO 2
einzusparen". Die aus den Versuchen in den Modellregionen gewonnenen
Erfahrungen sollen helfen, die ehrgeizigen Klimaschutzziele
umzusetzen. Zur ersten Modellregion wurde das Vorarlberger Rheintal.
Die seit 2008 bestehende "Vlotte" zahlt unter Federfuhrung des
Energieerzeugers Illwerke vkw mittlerweile zu einer jener Regionen
mit der europaweit großten Elektrofahrzeugdichte. Auf 100.000
Einwohner kommen dort 80 Fahrzeuge. Rund 360 E-Fahrzeuge wurden in
den vergangenen Jahren in dieser Modellregion verkauft, die Fahrzeuge
mit erneuerbaren Energiequellen gespeist. Im Rahmen von "e-mobility
on demand" sollen bis 2014 die Ziele der Modellregion Wien, etwa die
Anschaffung von 175 mehrspurigen E-Fahrzeugen und die Installation
von 440 Ladestationen umgesetzt werden. Geplant ist auch die
Errichtung einer Photovoltaikanlage an der Fassade des Westbahnhofes,
sowie die Eroffnung eines bereits in Bau befindlichen Windparks in
Glinzendorf(NO), der jahrlich rd. 18 Megawatt Energie liefern soll.
Die Umsetzung erfolgt unter Leitung von Wien Energie (Wiener
Stadtwerke) und Partner aus der Wirtschaft. "E-Autos sind aus Sicht
der Stadtwerke in der mobilen Stadt der Zukunft eine Ergänzung zum
Rückgrat öffentlicher Verkehr. Uns geht esdarum, herauszufinden, wie
das Umsteigen von Öffis auf E-Fahrzeuge am besten organisiert werden
kann", sagt Dr. Gabriele Payr, Generaldirektorin Wiener Stadtwerke.
Erfolgreiches E-Car-Sharing
Seit 2009 werden im Rahmen der Modellregion Salzburg auch E-Fahrzeuge
in der Stadt Salzburg und Umgebung angeboten. Die Electro-Drive
Salzburg GmbH (110 Elektroautos, 1.000 E-Zweiräder), eine Tochter des
Energieversorgers Salzburg AG, bietet im Rahmen ihres
Geschaftsmodells Mobilitat im Abo an. Die Fahrzeuge konnen entweder
geleast oder gemietet werden. Zu den jungsten Projekten zahlt ein
E-Car-Sharing, das in der Stadt Salzburg seit Marz 2012 erfolgreich
lauft. Intelligente, systemische Mobilitatslosungen, die sowohl die
Nutzung von E-Fahrzeugen als auch Formen des offentlichen Verkehrs
attraktiver machen sollen, bilden seit 2010 unter Leitung der Energie
Graz und der Energie Steiermark die Schwerpunkte der Modellregion
Graz. 36 E-Autos sind derzeit im Betrieb, mehrere Photovoltaikanlagen
wurden errichtet. Seit zwei Jahren ist auch Eisenstadt Modellregion:
Unter Führung des Energieversorgers Bewag werden City-Taxis auf
E-Autos umgestellt, darüber hinaus wurde auch ein E-Bike-Verleih
etabliert. Derzeit sind in Eisenstadt 36 E-Autos und 75 einspurige
E-Fahrzeuge in Betrieb. Die Errichtung eines Logistikzentrums und
einer Werkstattenhalle am Stadtrand von Klagenfurt fur ein
Fuhrparkmanagement von 200 E-Nutzfahrzeugen samt Vermietung an
Logistikund Dienstleistungsunternehmen bildet seit heuer einen
Schwerpunkt der Modellregion "E-Log Klagenfurt".
Pendler sollen umsteigen
Die seit heuer aktive Modellregion "e-pendler in niederosterreich"
(102 E-Cars, 3 Elektro-Kleinbusse, 86 E-Bikes) will den Berufsverkehr
zwischen Wien und Wiener Neustadt durch Verlagerung zumöffentlichen
Verkehr in Verbindung mit dem Einsatz von Elektrofahrzeugen fur
individuelle Fahrten energieeffizienter und klimaschonender
gestalten.
Großversuch der Post AG
Im vergangenen Jahr startete mit der Modellregion "E-Mobility Post"
eine der größten Testphasen: Die Österreichische Post AG wird bis
2015 309 E-Autos, 300 E-Mopeds und 548 E-Fahrrader beschaffen, um den
praktischen Einsatz im Zustellverkehr des gesamten Bundesgebietes zu
testen und zu erforschen. Den Schwerpunkt dabei bilden Wien und der
sogenannte "Speckgürtel". Gleichzeitig setzt die Post auch auf
Gewinnung erneuerbarer Energien. Geplant ist, auf den Dächern der
Logistikzentren Photovoltaikanlagen zur errichten. Die größte könnte
auf dem Dach des Briefzentrums Wien entstehen. Dort stehen rund
30.000 m 2 für die Stromerzeugung zur Verfügung. (DSC)