Die Zeiten, in denen ausgeschlachtete Autos in Hinterhöfen und auf Mülldeponien vor sich hinrosteten, sind lange vorbei. "Im Vorjahr wurden in Österreich rund 80.000 Fahrzeuge geshreddert. Im Zuge dessen wurden 83 Prozent des Gesamtgewichts wiederverwendet oder stofflich verwertet, 14 Gewichtsprozent thermisch verwertet und lediglich 3 Gewichtsprozent beseitigt", berichtet Ing. Walter Kletzmayr, Sprecher der 6 heimischen Shredder-Unternehmen.

Von staatlicher Seite drängt man auf eine immer lückenlosere Dokumentation des Entsorgungsprozesses: Dies beinhaltet detaillierte Meldevorschriften für all jene Firmen, die Altautos entgegennehmen -von den Neuwagenimporteuren (die stellvertretend für ihre Markenbetriebe agieren) bis hin zu Schrotthändlern und Autoverwertern.

"Große rechtliche Grauzone"

Gut gemeint ist jedoch zuweilen das Gegenteil von gut gemacht: Während die bürokratischen Hürden in die Höhe schnellen, steigt die Zahl jener Fahrzeuge, die einfach aus der Bestandsstatistik "verschwinden". Laut den Daten der Shredder wuchs die Zahl der "End-of-Life-Vehicles" 2011 von 247.500 auf rund 284.000, die Shredderungen gingen dagegen von 82.000 auf81.000 zurück. "Der Verbleib von 204.000 alten Fahrzeugen ist damit offiziell ungeklärt", sagt Kletzmayr. Ein trauriger Rekord - denn was mit den "fehlenden" Autos geschieht, liegt auf der Hand: Sie werden in den äußersten Osten Europas, nach Zentralasien oder Afrika exportiert, um dort entwedernoch einige Jahre lang genutzt oder gleich ausgeweidet zu werden. Unter Fehlen jeglicher Umwelt-und Arbeiterschutzmaßnahmen, versteht sich.

Der Export nicht mehr betriebstüchtiger Fahrzeuge ist eigentlich illegal. Es gebe jedoch eine "große rechtliche Grauzone" bei der Unterscheidung zwischen günstigem Gebrauchtwagen und Altauto, bedauert Kletzmayr. Im Zweifelsfall müsse ein Gutachter über jedes einzelne Fahrzeug entscheiden: "Hier muss wirklich ein rechtlicherParadigmenwechsel stattfinden."

"Entpflichtung" für Erstübernehmer

Davon ist einstweilen freilich nicht die Rede. Zumindest die administrative Belastung für seriöse Altauto-Übernehmer konnte aber gesenkt werden: Nach einem über eineinhalb Jahre (!)dauernden Genehmigungsprozess dürfen nämlich sowohl die Shredder als auch die Plattform "ÖCAR" Systeme anbieten, in denen sich Erstübernehmer "entpflichten" können. Bisher habe ÖCAR dies schon für mehrere Kfz-Importeure getan, berichtet Geschäftsführer Erwin Janda: "Nun gibt es einige hundert weitere potenzielle Auftraggeber."