Zurzeit herrscht Ausnahmezustand. 100 Prozent kolportierte
Marktdarstellung entsprechen in Wahrheit 80 Prozent und zu 10 Prozent
schrumpft mangels Kaufkraft der Markt sowieso.
Wer sich in den
verbleibenden etwa 70 Prozent Jahresmarktvolumen zurechtfindet, der
hat beste Chancen zuüberleben.
Fleiß ohne neue Ideen und ohne Kreativität wird künftig nicht
reichen. Kritischere und klügere Konsumenten machen es zwingend
nötig, Autos und Serviceleistungen künftig viel ideenreicher zu
präsentieren. Sparsamere und umweltbewusstere Käufer werden mit alten
Methoden und Maschen nicht weiter zubeeindrucken sein.
Einigen wir uns also darauf, mit eher klaren und harten
Formulierungen an die Probleme heranzugehen. Einigen wir uns auf
große Konfliktfähigkeit und akzeptieren wir die "nackte Wahrheit des
anderen Standpunktes", die bekanntlich die wenigsten hören wollen,
und denken wir daran, dass der kunstvolle Umgang mit höflichen Worten
in der Geschichte der Menschheit schon immer mehr Schaden angerichtet
hat als die polternde Wahrheit.
Es gibt Philosophen, die meinen, nur aus Ruinen erblühe wirklich
neues Leben. Oft genügt auch eine anständige Krise zur Erneuerung.
Wenden wir uns also der kreativen Seite des Problems zu. Wer wie wir
in Lederers Medienwelt täglich das Kardiogramm des Marktes studiert,
kann nicht übersehen, dass die Verkaufsfront unter größtem Druck
steht undder Erfolgszwang nach konkreteren Hilfen verlangt.
Voranzustellen ist das Lobbying. Und wenn die Hersteller und
Importeure nicht mitmachen wollen oder können, dann muss der
Markenhandel für seine Imagepflege selbst die Finanzierung in die
Hand nehmen. Funktioniert es, springen auch die sprödesten
Hersteller/Importeure wieder auf, schließlich wollen sie immer
mitreden.
Das Karussell der Zukunftsmärkte dreht sich nämlich immer schneller.
Es wäre verkehrt, darauf zu warten, dass es wieder auf gemütlichere
Touren zurückschaltet. Ihr