Die bislang acht in Betrieb befindlichen Lade-und Wechselstationen präsentieren sich modern und weithin sichtbar. Zwei Millionen Dollar kostet eine Stromtankstelle, die bislang ausschließlich von über 100 Renault Fluence Z.E. frequentiert werden können. 1.000 sollen es in den kommenden zwei Jahren werden. Als Treiber gelten Firmenautos, in Israel verbreitet wie in keinem zweiten Land auf der Welt. Better Place versucht, Flottenbetreiber zu gewinnen, denn da kann die Batterie auch während des Arbeitszeit beziehungsweise daheim wieder aufgeladen werden und für unterwegs und auf Überlandfahrten soll es bis Ende 2012 gut und gern 50 Stromtankstellen geben. Sogenannte Batteriewechselstationen, die innerhalb von 5 Minuten vollautomatisch den Wechsel vollziehen.

Teurer Spaß

Allerdings ist der Ausflug in Agassis Welt ohne Verbrennungsmotor nicht billig. Aus zwei Modellen und in sieben Farben kann einzig der Renault Fluence Z.E. als Stufenheck gekauft werden. Tatsächlich gibt es in Israel Leute, die medienwirksam gelobt, die Ersten sein wollen, die der Abhängigkeit von Benzin ade sagen.

Einerseits kann man die Version Expression oder Dynamic zwischen 123.000 und 129.000 Shekel kaufen und man ist von Better Place rundum versorgt. Andererseits kann der reine Stromfahrer aus sechs 48-Monats-Leasingpaketen - von 20.000 bis 40.000 Jahreskilometern - wählen und zahlt dafür monatlich zwischen 1.100 und 2.100 Shekel.

Dafür bekommt er eine Heimladestelle installiert und kann bislang aus über 1.000 öffentlichen Ladestellen Strom beziehen.

Ebenso ist der Batteriewechsel organisiert und ein eigenes Supportsystem informiert den Fahrer entlang der Streckeüber Reichweite und seine nächste Wechselstation. Das ganze 24 Stunden, 7 Tage die Woche.

Das System wird in einem isolierten Land wie Israel, so groß übrigens wie Niederösterreich, auf diese Weise sogar funktionieren können. In unseren Breiten mit den extremen Temperaturunterschieden sieht die Sache weit schwieriger aus. Im flachen Dänemark ist man über ein Demo-Center noch nicht hinaus und in Amsterdam experimentiert Better Place mit drei Taxi-Unternehmen am Flughafen. Die Probleme, die die ersten tapferen Benutzer von Better-Place-Autos erwarten, sind nicht wenige. Ob sich vor diesem Hintergrund das Geschäftsmodell außerhalb Israels behaupten kann, steht in den Sternen. Mit einer Single-Modellpolitik, so die Kritiker, werden dieTage dieser Mobilitätsform rasch gezählt sein. Auf Agassi wartet noch viel Überzeugungsarbeit. (LUS)