Ein mutiges Lada-Konzept und mehrere Stufenheckmodelle zählten zu den
wichtigsten Premieren des diesjährigen Moskauer Autosalons.
Dieses Auto könnte in jedem Agentenfilm mitspielen: Der XRAY zeigt
laut Hersteller AvtoVAZ die "Quintessenz der DNA des neuen
Lada-Stils". Das Auto entstand unter der Leitung des im Herbst 2011
ernannten neuen Designchefs Steve Mattin. Nach den Worten des Briten
steht das X für Crossover, die Buchstaben RAY sind eine Abkürzung für
Recreation, Activity und Youth.
Mattin, der früher Designdirektor von Volvo war und zuvor 18 Jahre
für Mercedes-Benz arbeitete, definiert mit dem XRAY die neue
Designsprache eines Herstellers, der in Zukunft mehrheitlich von
Renault-Nissan übernommen werden soll. Die ersten Lada-Modelle mit
den neuen Designelementen dürften 2015 kommen. Ebenfalls zu sehen war
eine Restyling-Version des Lada Kalina sowie das auf dem Kalina Kombi
basierende Elektroauto EL Lada, von dem bis Frühjahr die ersten 100
Stück entstehen sollen.
Stufenheck-Paradies
Auf dem Moskauer Salon gab es mehrere Weltund Europapremieren zu
sehen. Für die wohl wichtigste sorgte die Stufenheckversion des
Mazda6. Die Japaner dürften zwei Gründe für die russische
Weltpremiere haben: Einerseits ist es die im Land herrschende große
Beliebtheit der Stufenheckmodelle, anderseits die gerade anlaufende
Mazda-Montage in Wladiwostok.
Auch andere Firmen bringen neue Stufenheckmodelle nach Russland. Opel
präsentierte als Weltpremiere den Astra Sedan, dessen Produktion in
Polen im August angelaufen ist und in Russland noch heuer startet.
Erstmals in Europa zeigte GM den kleinen Chevrolet Cobalt. Das
bereits in Brasilien gebaute Auto wird für Russland und andere
GUS-Länder in Usbekistan entstehen.
Speziell für Russland und die Region ist auch der neue Nissan Almera,
der erste europäische Nissan auf der Logan-Plattform, bestimmt. Die
Produktion beginnt noch heuer bei AvtoVAZ. "Wir wollten ein Auto
haben, das wir schnell auf den Markt bringen können und das uns
helfen wird, die Marke zu definieren", sagt Andy Palmer, Executive
Vice President von Nissan.
Wichtiger Markt
Der Autoverkauf in Russland wächst. In den kommenden Jahren dürfte
das Land Deutschland als größter Automarkt Europas überholen. Für
einige Hersteller ist es bereits heute der Fall. So verzeichnen etwa
Lexus und Infiniti ihre größten europäischen Verkäufe in Russland, im
Falle von Mitsubishi ist der russische Markt gar der größte außerhalb
von Japan. Auch deswegen beginnt der russische Verkauf der neuen
Outlander-Generation früher als in anderen Ländern. Im November
startet die lokale Montage des neuen Outlander. Mitsubishi-Präsident
Osamu Masuko hat zudem angekündigt, dass ab 2013 auch der Pajero
Sport in Russland gebaut werde.
Neue Spieler
Auch heuer sind in Moskau neue Spieler angetreten. Dazu zählt der
große chinesische Hersteller FAW. Der Verkauf des FAW Besturn B50 hat
bereits begonnen, weitere Modelle sollen dazukommen. Importeur
Queengroup will 2013 an die 10.000 und 2014 bereits rund 20.000
FAW-Autos verkaufen. Erstmals auf einer Autoausstellung in Europa war
in Moskau die junge taiwanesische Marke Luxgen vertreten. Autos von
Luxgen werden sowohl in Taiwan als auch in China produziert. Luxgen
plant für 2013 den Markteintritt in Russland, als erstes Modell soll
der Luxgen7 SUV angeboten werden. Die Taiwanesen überlegen auch die
Montage ihrer Autos in Russland.