Günter Ebner ist Winzer in Langenlois im Kamptal, mit einem besonderen Hobby, das längst zu einem zusätzlichen Standbein für seinen Betrieb geworden ist. Vor mittlerweile 25 Jahren hat er einen verrosteten Geländewagen direkt beim Entsorgungsbetrieb vor der Verschrottung gerettet. Bei dem seltenen Stück handelte sich um einen Daihatsu F20, auch bekannt als Daihatsu Taft, einem der ersten Europa-Exporte der japanischen Marke. Das klassische Design und das Gelände-Potenzial haben Günter überzeugt und heute ist er Spezialist für dieses Fahrzeug, vernetzt mit mehreren Sammlern in ganz Europa. Mittlerweile gehören 12 Modelle, in unterschiedlichen Zuständen, zu seinem Besitz. Während die Restaurierungs-Motivation beim ersten Modell noch etwas länger gedauert hat, haben Ebner und seine Werkstatt-Ausstattung ordentlich dazugelernt und so ist er heute routinierter Karosseur, der die charakteristischen Daihatsu-Oldtimer aus – fast – jedem Zustand wieder zum Schmuckstück macht. Denn egal ob Motoren, Getriebe, Achsen, Sitze, Karosserie oder Auspuff: Der Winzer macht alles selbst und kann mittlerweile auf ein umfangreiches Ersatzteillager zurückgreifen.
Sechs Fahrzeuge sind komplett restauriert, einige davon regelmäßig bei Güni-Tours im Einsatz. Mit den stilechten Geländewagen bringen Günter und seine Frau Silvia den Touristen das malerische Kamptal näher, und zwar direkt in den Weinbergen, über (Wein-)Stock und Stein. Ein fixer Bestandteil im Langenloiser Tourismus.
Japanischer Geländewagen aus den Siebzigern
Der F20, gebaut von 1977 bis 1984, ist ein kompakter Geländewagen mit Leiterrahmen, Starrachse, Blattfedern, zuschaltbarem Allradantrieb und Untersetzung. Sehr geländegängig, wie Ebner bei seinen Trial-Erfolgen sowie bei den Tour-Gästen im Kamptal demonstriert. Das Kürzel F20 bezeichnet genau genommen den 1.600 ccm großen Benziner, ein unverwüstliches Aggregat von Toyota. Ursprünglich mit 4-Gang-Schaltgetriebe ausgestattet, „in der Deluxe-Version auch mit 5 Gängen und Scheibenbremsen“, so Ebner. Bei manchen Modellen kamen auch ein 2,5 Liter- oder ein 2,8 Liter-Saugdiesel zum Einsatz, in Kombination mit unterschiedlichen Aufbauten und Karosserievarianten. Ebner bevorzugt die Variante mit entfernbarem Dach und zwei quer-gestellten Sitzbänken im Heck. „Damit können sechs -Personen durch die Weinberge fahren.“
