Der Wandel in der Mobilitätsbranche bringt neue Herausforderungen mit sich, vorrangig muss mit neuen Technologien, die ins Fahrzeug eingezogen sind, Schritt gehalten werden. Ein Kfz-Betrieb muss sich auf neue Situationen einstellen, seine Ausrichtung, seine Prozesse und sein technisches Equipment ständig auf den Prüfstand stellen. Auch, und das war besonders in den vergangenen Monaten erkennbar, ist es wieder schwieriger geworden, an Aufträge zu kommen. Das trifft natürlich nicht auf jeden zu, aber auf viele.

Es kann also durchaus Sinn ergeben, sich nach neuen Kundengruppen umzuschauen. Die Hauptgeschichte von REIFEN & Wirtschaft widmet sich dieses Mal den Flotten- und Fuhrparkkunden und der Frage, was es auf Werkstätten-Seite braucht, um diese bedienen zu können. Kurz gesagt: Es braucht Professionalität und Weitsicht. Und es braucht Prozesse. Jetzt ist man als kleiner Betrieb oftmals in der Situation, regional stark verankert und damit bei Privatkunden, Gewerbe und Handwerk gut angesehen zu sein. Was geschieht aber, wenn hier Kundengruppen wegfallen? Spätestens dann braucht es eine neue Zielgruppe und dies könnten Flotten und Fuhrparks sein. Diese benötigen aber einen kompetenten Partner, der viele (administrative und buchhalterische) Prozesse abbilden kann.

An dieser Stelle wurde schon oftmals über die Wichtigkeit gesprochen, sich als Betrieb zu positionieren und – vor allem – sich zu vernetzen. Als „Einzelkämpfer“ ist es bereits in der Gegenwart schwer bis unmöglich, am Geschäft mit Flotten und Fuhrparks überhaupt teilzuhaben. Dafür sind Netzwerke vonnöten, die in Österreich von der Industrie bzw. vom Handel angeboten werden. Diese sorgen für die notwendigen Einkaufskonditionen, für qualitative Prozesse, für mehr Professionalität und schließlich für mehr Kundschaft. Natürlich kann jetzt ein Betrieb sagen: „Ich brauch’ das alles nicht.“ Und das wird für den Moment vielleicht auch stimmen. Nun kommt das Aber: Was wird in einigen Jahren sein, wenn die Technologie in den Fahrzeugen, vielleicht auch rund um den Reifen, weiter zunimmt? Was geschieht, wenn die Leasingquote weiterhin steigt oder Fahrzeuge zunehmend extern gemanagt werden? Wie werden die Versicherungen angesichts immer teurer werdender Reparaturkosten reagieren? Gerade bei letztgenanntem Punkt schwebt das Damoklesschwert „Schadenrouting“ über der österreichischen Kfz-Branche.

Die (Groß-)Auftraggeber werden mehr denn je nach Partnern suchen, die eine Vielzahl an Arbeiten und Dienstleistungen rund um das Fahrzeug abdecken können. Dazu zählt auch das Reifenmanagement. Um dieses in großem Ausmaß bedienen zu können, braucht es ein Netzwerk, egal ob als loser Konzept- oder Franchisepartner. Unterstützung in der Kundenakquise, im Marketing, bei möglichen Betriebsübergaben, bei technischen oder administrativen Prozessen: Das alles kann ein Netzwerk bieten. So wird jede Herausforderung auch zu einer Chance!