Game-Changer Reality-Check

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Game-Changer Reality-Check
Fotos: Poblete

Chipmangel, Digitalisierungsdruck und der Wandel zur Elektromobilität sind Fakten, woraus zumindest die europäische Automobilindustrie ihre - erfolgsuchende - Zukunft ableitet.

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Die Autowirtschaft steht in der aktuellen elektrischen und digitalen Revolution zweifelsfrei vor gewaltigen Herausforderungen, sie bringt aber auch ganz neue Geschäftsmöglichkeiten mit sich. "Jetzt, mit dem Green Deal der Europäischen Gemeinschaft", bietet sich für Renault-Chef Luca de Meo "die einmalige Chance, mit einer klaren Ausrichtung auf das elektrische Automobil die europäische Autoindustrie technologisch an die Spitze heranzuführen".

Unverdrossen in die Zukunft
De Meos Hebel für künftiges Wachstum: eine höhere vertikale Integration des Ökosystems Auto! Ob die Veränderungsbereitschaft angesichts 2021 bester Ertragsergebnisse bei stark gesunkenen Produktionszahlen auf breiter Basis bis hinunter zum Autohändler mit dem von den CEOs verordneten "100-Prozent-Anspruch" bereits mithalten kann, hinterlässt in Insiderkreisen viele Fragezeichen. Der "Reality-Check" zum digitalen Mindset ist selbst bei den Herstellern noch nicht abgeschlossen. Den großen Worten vor der Kulisse des 15. Automobilwoche-Kongresses in Ludwigsburg folgt allemal die Kraftanstrengung im Markt. Daimler-Boss Ola Källenius schwört seinen Vertrieb auf das Agenturmodell ein. Bei aller Lobhudelei, dass bei stabilem Marktanteil Lieferant wie Autohändler "angemessen" Geld verdienen, ist der Ausgang ungewiss! Die Reibungsverluste auf der digitalen Strecke zum Erhalt des markentreuen Kunden werden nicht bestritten. Alles Tun seitens Daimler&Co. wird unter dem Licht der Klimaneutralität betrachtet.
Die vielbeschworene Energiewende hin zum Elektroauto, als gäbe es nicht andere Antriebsformen auch noch, benötigt eine Schnellladeinfrastruktur der Extraklasse, die wiederum Porsche-Chef Oliver Blume in den kommenden fünf Jahren herannahen sieht. Alle Konzerngranden stehen unter Strom - nicht zuletzt wegen Tesla. Elon Musk treibt die ansonst so eloquenten Führungsleute vor sich her und spielt auch mit den deutschen Umweltschützern, wie es ihm beliebt.
Nicht wenige würde es wundern, wenn der Volkswagen-Hardliner Herbert Diess, dessen freundschaftliche Nähe zum Dreifachstaatsbürger Musk bekannt ist, in seinem Aufholprozess mit Tesla ganz anderes im Schild führt. Nämlich eine weitreichende Kooperation, die Diess mit einem Schlag in der E-Autoproduktion zum Weltmarktführer katapultieren würde.
 

"Ein Jahr mit vielen Chancen"

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