Sind Algen der neue Biosprit?

Sind Algen der neue Biosprit?

Garanta Future Talk in Graz: Mag. Erwin Mollnhuber (Garanta), Bernhard Kalcher, DI (FH) Andrea Sonnleitner (BEST), Mag. Heinz Steinbacher (Garanta), Komm.-Rat Ing. Mst. Josef Puntinger, Hans Günther Löckinger (Garanta), Komm.-Rat Mst. Josef Harb (Garanta-Beirat) und Thomas Harg (Garanta)

Die Antwort auf diese Frage sowie Biokraftstoffe allgemein waren Vortragsinhalt von Andrea Sonnleitner von BEST im Rahmen des Garanta Future Talk.

Der Titel war vielleicht etwas reißerisch gewählt, weckte aber hohes Interesse beim Garanta -Future Talk, der dieses Mal in Graz stattfand. „Mit dem nun zum zweiten Mal durchgeführten Garanta Future Talk möchten wir uns mit Themen beschäftigen, die über den Tellerrand hinausgehen, mehr in die Gegenwart und vor allem mehr in die Zukunft blicken“, erklärt Mag. Erwin Mollnuber, Mitglied der Geschäftsleitung der Garanta Versicherungs-AG Österreich. Das Antriebsthema und die Energiewende gehören mit Sicherheit zu jenen Themen, die die Branche intensiv beschäftigen, auch leidenschaftlich und emotional, wie man an der anschließenden -Diskussion erkennen konnte.

Algen zu teuer in der Produktion
Um die Antwort auf den Vortragstitel von Andrea Sonnleitner von BEST – Bioenergy and -Sustainable Technologies – vorwegzunehmen: Nein, die Algen werden kein wesentlicher Bestandteil des fortschrittlichen Biokraftstoffes. „Algen wären sinnvoll, weil keine Flächenkonkurrenz zu Nahrungs- oder Futtermittel auftritt. Aber die Sorten haben entweder ein enormes Wachstum ODER einen hohen Ölgehalt und sind daher teuer in der Produktion.“

Keine Konkurrenz zu Lebens- oder Futtermittel
Als „fortschrittliche Biokraftstoffe“ werden – gegenüber konventionellen Kraftstoffen – jene bezeichnet, die nicht in Konkurrenz zu Lebens- oder Futtermitteln stehen. „Um die Klimaziele zu erreichen, haben wir eine Substitutionspflicht, die wir in Österreich durch B7 bzw. E5 und nun E10 gut erreichen. Dabei dürfen aber nur 7 Prozent von Futter- und Lebensmitteln stammen“, so Sonnleitner. In den vergangenen 10 Jahren habe sich hier aber nicht viel verändert. „Wir verfügen über etwa 500.000 Tonnen Biodiesel mit dem Großteil von der Firma Münzer sowie 200.000 Tonnen Bioethanol aus Weizen und Mais von der Agrana.“ Für die Erreichung der Klimaziele würde man aber alle bereits etablierten und auch einige Lösungen, an denen gerade geforscht wird, -benötigen.
Neben Biokraftstoffen würden auch E-Fuels, also künstliche Kraftstoffe auf Basis erneuerbarer Energie, eine Rolle spielen, vor allem auf der Langstrecke, also bei Flug- und Schiffsverkehr. „Für den Pkw weist die Elektromobilität eine sehr hohe Effizienz auf, bei den viel diskutierten E-Fuels haben wir hingegen sehr hohe Verluste“, so Sonnleitner. „Insgesamt könnten wir mit Elektromobilität, -Biokraftstoffen, Wasserstoff und E-Fuels die klimaneutrale Mobilität bis 2050 erreichen.“