Innovation und Praxis: GW-Geschäft

Innovation und Praxis: GW-Geschäft

Der Markt ist leer, die Fahrzeuge teurer als vor einem Jahr. Rechtliche Neuregelungen stellen die Betriebe vor neue Herausforderungen. Welche GW-Strategien sind vor diesem Hintergrund nötig, um bestehen, vielleicht gar reüssieren zu können?

Fragen, auf die hochkarätige Experten beim Webinar "A&W Innovationstage 2022: Gebrauchtwagen" Antworten gaben.

Den Anfang machte Horst Pohl von HP Autohausconsulting mit einer unwillkommenen Botschaft: Er glaubt, dass die aktuellen Herausforderungen den Markt vermutlich bis 2024 beschäftigen werden. Er rät Händlern, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein und "auf Sicht zu fahren". Die bestellten Neuwagen könnten vom Hersteller eventuell in einem Schwall geliefert werden: „Dann braucht man auch genügend große Abstellflächen für die eintreffenden Gebrauchtwagen, einen ausreichenden Finanzierungsrahmen und Subunternehmer für die Aufbereitung“, so Pohl.

Den vollständig digitalen Vermarktungsprozess von GW auf www.AUTO1.com erklärte Martin Stache, Head of Remarketing bei WKDA Österreich GmbH: „Wir kaufen in den 30 Ländern, in denen wir tätig sind, auch jetzt rund 3.000 Gebrauchtwagen täglich an.“ Nach den starken Preissteigerungen bei GW innerhalb der vergangenen 12 Monate sieht er derzeit erste Tendenzen einer Abflachung: „Vor allem im günstigen Preissegment sehen wir einen Rückgang der Überzahlungen in Richtung der üblichen Preise.“

Andreas Steinbach, Bereichsverantwortlicher Market Intelligence bei Autorola GmbH/Wien, referierte zu den Möglichkeiten eines Lead Generators, die bis zur Akquise von hochwertigen Gebrauchtwagen von Endkunden reichen. Händler könnten den Kunden automatisiert „strategische“ Angebote für ihr Fahrzeug unterbreiten und den Lead Generator per QR-Code z.B. auf Werbemitteln zur Verfügung zu stellen.

Den Abschluss machte MMag. Stefan Adametz, LL.M. MBA, Rechtsanwalt bei Fellner Wratzfeld & Partner Rechtsanwälte GmbH. Er warnte in seinem Referat zu den Änderungen im Gewährleistungsrecht insbesondere vor gesteigerter Bürokratie, und kritisierte, dass es auch beim neu gefassten Mangelbegriff relativ viel Interpretationsspielraum gebe; hier werde sich erst in der nächsten Zeit zeigen, welche praktischen Auswirkungen die neuen Regelungen haben.

Adametz wird am 21.4.2022 von 9-11 Uhr ein vom Bundesgremium des Fahrzeughandels veranstaltetes Webinar zum Thema abhalten. Für Informationen und Anmeldung hier klicken ...