Ein Team auf Meisterkurs

Ein Team auf Meisterkurs

Dank einer Kooperation von Wiener Landesinnung, Wifi und Axalta Coatings können sich 11 Meisteranwärter optimal auf ihre Prüfung vorbereiten.

Handwerkern wird auch in Zeiten der "political correctness" oft mit weniger Respekt begegnet als beispielsweise Akademikern. Dieses Image zu heben, ist sicherlich ein probates Mittel, um dem Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften entgegenzuwirken.

AUTO&Wirtschaft durfte auf Einladung der Innung, Wifi und Lackhersteller Axalta Coatings beim Vorbereitungskurs von 11 Wienern zur Meisterprüfung für Karosseriebau- und Lackiertechniker vorbeischauen. Dass der Meister künftig einem akademischen Bachelor-Grad gleichgestellt sein wird (inklusive der Möglichkeit, den Titel auch auf Dokumenten anzuführen), wurde bei dem Termin von allen begrüßt.

Ruhig die Nase höher tragen

Alt-Innungsmeister Arthur Clark, Innungsmeister-Stv. Günter Blümel sowie der vom Wirtschaftsbund als künftiger Bundesgremialobmann nominierte Manfred Kubik appellierten an die angehenden Meister, "die Nase ruhig höher zu tragen" und Selbstbewusstsein zu zeigen. Nicht nur, dass ein Handwerker von Jugend an sein eigenes Geld verdient und Steuern zahlt: "Zeigen Sie mir einen Akademiker, der eine Prüfung ablegen musste, die 3 ganze Tage dauert", wie Clark meinte. Auch die Qualität der Ausbildung brauche den europäischen Vergleich nicht zu scheuen.

Dank einer Kooperation zwischen Innung, Wifi Wien und Axalta finden die Jungen nunmehr im Trainingszentrum des Lackherstellers in Traiskirchen optimale Bedingungen vor, sich auf die anspruchsvolle Prüfung vorzubereiten. So dauert der Kurs nun nicht mehr 1 ganzes Jahr, sondern nur noch von September bis April. Auch Ing. Mag. Andreas Lechtermann vom Wifi Wien begrüßte die Kooperation.

Werbung für den eigenen Beruf machen

Eine Ungerechtigkeit bleibt freilich trotz der Aufwertung bestehen, nämlich die, dass sich die Handwerker im Gegensatz zu den Akademikern ihren Meistergrad selbst bezahlen müssen - die Kosten dafür bezifferten die Gesellen mit ca. 6.000 Euro, auch die Werkstücke müsse man sich selbst organisieren, erzählten sie. Man solle sich nicht von Digitalisierung oder Markttendenzen wie Zentralisierung abschrecken lassen, appellierte Peter Kalina von Axalta - sozusagen als Hausherr - an die Meisteranwärter: "Befruchten Sie andere junge Leute mit der Idee, Lackierer werden zu wollen!"