Darf zur Tapa ein Seat sein?

Darf zur Tapa ein Seat sein?

Seat, seit Jahren auf der Erfolgswelle, erprobt ein neues Konzept für Autointeressierte: In einem Einkaufszentrum im Westen von Wien werden Fahrzeuge in einer Tapas-Bar gezeigt.

Ein Marktanteil von 6,22 Prozent und 19.061 Neuzulassungen nach 11 Monaten, was einem Plus von 4,06 Prozent entspricht: Mag. Wolfgang Wurm, Chef des österreichischen Seat-Importeurs, durfte bei seiner alljährlichen Jahresabschluss-Pressekonferenz in Wien wieder eine erfreuliche Bilanz ziehen. Nirgendwo sonst mit Ausnahme des Heimmarktes Spanien (8,3 Prozent) ist der Marktanteil von Seat derart hoch wie in Österreich.

Platz 3 in der Marken-Statistik hinter VW (16,05 Prozent) und Skoda (8,39 Prozent) schien also nach 11 Monaten auch bis Jahresende abgesichert - auch wenn niemand weiß, was anderen Marken in der Jahresend-Panik noch einfällt. Wurm jedenfalls hält sich hier stets heraus: "Mehr als 19.600 Autos bis Jahresende wollen wir gar nicht. Man muss im Dezember nicht das letzte Auto geben", sagt er. Nachsatz: "Unsere Boni haben wir schon eingefahren."

Mehr Sonderausstattung für die Kunden

Für 2020 rechnet man bei Seat mit relativ schwierigen Verhältnissen - nicht nur wegen der CO2-Vorgaben der EU: "Wir werden das Geschäft sicher nicht ohne Incentives betreiben können", sagt Wurm. Daher hat er sich das Motto "Mehr Ausstattung zum gleichen Preis" einfallen lassen. Soll heißen: Die Kunden können sich beim Ibiza, Arona, Ateca und Leon Sonderausstattungen um 1.500 Euro aussuchen, ohne mehr bezahlen zu müssen; beim Alhambra und Tarraco sind es sogar 3.000 Euro. Die Spanier, für neue Ideen stets aufgeschlossen, wollen daran auch 2020 festhalten: Geplant ist beispielsweise eine eigene Tapas-Bar im Auhof-Center im Westen Wiens. "Seat ist eine emotionale Marke: Wir glauben an den Lebensstil, den die Stadt Barcelona verströmt", erklärt Wurm: Und Tapas gehören dazu: Betrieben wird die Bar, in der auf 470 m 2 mit 80 Sitzplätzen zwei Autos stehen sollen, vom Nobelkoch Juan Amador. Bleibt abzuwarten, wie viele Interessenten sich beim Tapas-Essen für einen neuen Seat interessieren. "Ich habe unseren Managern versprechen müssen, dass wir zumindest so viele weiße Spritzer verkaufen, dass wir damit die Miete zahlen", lacht Wurm. Betreut wird der Autobereich in der Bar übrigens von Porsche Wien-Hietzing.

Und neue Autos? Mehr denn je! Mii electric im Jänner, Tarraco FR im 1. Quartal, der immens wichtige Leon (Fünftürer und ST) auch noch vor dem Sommer. Im 3. Quartal folgen dann Cupra Leon und ST, ehe es mit dem Cupra Formentor, dem el-Born und dem Tarraco PHEV einerseits sportlich, andererseits aber auch elektrisch ins Finale geht.