Immer eine warme Werkstätte

Immer eine warme Werkstätte

Von Going am Wilden Kaiser traten die Heizgeräte von PULS-AIR ihren Siegeszug durch Werkstätten in Österreich und Deutschland an. Erfinder Georg Pletzer erinnert sich noch gut, wie alles begann - und an die Ehrung durch den Wissenschaftsminister.

AUTO-Information: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Werkstatt-Heizgerät zu entwickeln?

Georg Pletzer: Als ich 1962 die Firma Auto Pletzer gründete, hatte die von mir erbaute Kfz-Werkstatt nur ein kleines "Kohleöferl" als Heizung. 1962/63 war ein extrem kalter Winter mit bis zu minus 32 Grad. Die einfach verglasten Fenster waren mit dickem Eis beschlagen, es war wirklich saukalt. Die später eingebaute Zentralheizung mit Heizkörpern brachte eine Verbesserung, aber hohe Heizkosten.

Und dann haben Sie gehandelt...

Pletzer: Eine entscheidende Verbesserung brachte erst das erste PULS-AIR-Heizgerät: Denn mit 25 Liter Heizöl in der Woche war die Werkstatt endlich warm.

Das Prinzipähnelt jenem von Triebwerken.

Pletzer: Von 1975 bis 1979 wurden Strahltriebwerke für unbemannte, militärische Zielflugkörper entwickelt und im Hochgeschwindigkeits-Windkanal der Universität Stuttgart bis MACH 0,7, das sind 854 km/h, erfolgreich erprobt. Der Auftrag zu dieser Entwicklung kam von der US-Firma Teledyne Brown Engineering aus Huntsville im Bundesstaat Alabama. Abgewickelt und überwacht wurde der Auftrag von der Firma Messerschmitt-Bölkow-Blohm, der nunmehrigen Airbus AG.

Wie funktioniert Ihr Heizgerät?

Pletzer: Bei PULS-AIR wird ein pulsierendes Verbrennungs-Verfahren angewendet. Es erfolgen in der Sekunde 65 ganz kleine Explosionen, welche zu hervorragenden Abgaswerten und einem hohen Wirkungsgrad führen. Die Verbrennung ist immer ruß-und rückstandsfrei. Ein "Kaminkehrer" hat keine Arbeit, er kann nur die Emissionen prüfen und dazu braucht er ein gutes Messgerät. Die Emissionen liegen weit unter den üblichen Öl-und Gasbrennern.

Wie viele Geräte sind schon im Einsatz?

Pletzer: Zur Zeit laufen ca. 5.000 PULS-AIR inÖsterreich und Deutschland.

Sie haben für Ihre Erfindung den Österreichischen Staatspreis für Energieforschung erhalten.

Pletzer: Ja, der damalige Wissenschaftsminister Hans Tuppy hat mir für meine hervorragende Arbeit gedankt: Die Einsparung der Energie und die Verbesserung der Emissionen können nicht hoch genug eingeschätzt werden.