Ein kühler Tag im Frühjahr 2015

Ein kühler Tag im Frühjahr 2015

Ich erinnere mich noch ganz genau an einen kühlen Tag im März 2015: Die britische Handelskammer hatte Journalisten aus mehreren europäischen Ländern in die britischen Midlands eingeladen. Dort wollte man uns zeigen, wie toll sich die englische Autoindustrie entwickelt hat -und welche Chancen es für Zulieferer gibt.

 


Kurz zuvor waren erstmals Meldungen laut geworden, wonach die Briten möglicherweise über ihren Verbleib in der EU abstimmen würden -wobei es noch nicht einmal einen Termin für das Referendum gab. Ich wagte damals als einziger Journalist die Frage, was denn wohl passieren würde, wenn das liebe Wahlvolk tatsächlich für ein Verlassen der Europäischen Union votieren würde.

Erstaunte Gesichter bei den Gesprächspartnern. Nein, das könne man sich wirklich nicht vorstellen: "Wir doch nicht!" Bitte, liebe Autozulieferer, kommt nach England! Und doch: 15 Monate nach der denkwürdigen Reise stimmten 51,9 Prozent der Wähler für den sogenannten "Brexit". Was seither geschehen ist, hätte sich wohl damalsniemand in seinen schlimmsten Alpträumen vorstellen können.

Die Autozulieferer sind nicht in Scharen nach England gezogen, die dortige Autoindustrie ist schwer unter Druck, auch wenn das nicht jeder offiziell zugeben will. Und am Kontinent jagt eine Krisensitzung die andere

Warum ich die Episode von 2015 hier erwähne? Weil sich niemand sicher sein sollte, was die Zukunft bringt. Also: Augen und Ohren offen halten! Eine gute Möglichkeit zur Orientierung bietet der A&W-Tag am 29. Oktober.