Fragner feiert, Rotes Kreuz freut sich

Fragner feiert, Rotes Kreuz freut sich

Walter Grohmann vermachte zum hundertjährigen Firmenjubiläum dem Roten Kreuz Langenlois einen neuen Subaru und macht sich Gedanken über die Zukunft des Autohandels.

Gewohnt emotional führte Walter Grohmann (71) durch seine Firmengeschichte. Großvater Josef Swoboda gründete vor 100 Jahren den Kfz-Betrieb in Langenlois. 1963 übernahm dessen Tochter Herta mit ihrem Mann Ing. Hubert Fragner den Steyr-Standort. Nach dessen und bis zu ihrem plötzlichen Tod setzte Herta Fragner denAutohandelsbetrieb fort. Seit 1994 ist Walter Grohmann am Werk, nachdem Hans Sponseiler zwischenzeitlich das Fragner-Vermächtnis verlassen hat.

Er modelte den einstigen Steyr-Fiat-Betrieb um in ein MAN-,Fiat-und Subaru-Haus, und das möchte er führen, "so lange mich Gott lässt!" Derweil macht Sohn Paul (17) Matura, um danach Technik, Medizin oder Jus zu studieren. Dieses Ziel sollte sich ausgehen, um vom Vater den Betrieb übernehmen zu können, den Walter mit seiner Ulli mit Hingabe führt, abgestützt auf seinen 30 teils langjährigen Angestellten. Der zweite Sohn Michael (38) hat auch mit PS zu tun, er ist anerkannter Pferdeflüsterer in Leobersdorf.

Großherzigkeit seine Visitenkarte Während der Gastgeber das alles bei seinem Jubiläumsfest erzählte, bat er die zahlreich Anwesenden,den Halleneingang frei zu machen und ein nagelneuer Subaru Forester Diesel Automatic im "Roten-Kreuz"-Look rollte herein -als Geschenk für die Bezirksstelle Langenlois. Landesrettungsrat Hans Ebner konnte diese Spende kaum fassen.

Das ist Walter Grohmann, der gerne gibt. Darauf basiert sein Kundenerfolg: Die Produkte sind ausgereift und benötigen aufgrund ihrer Technik bestens geschultes Personal, das er hat. Über Generationen kaufen Kunden bei Fragner. Sei es ein Fiat, es darf auch ein Professionel (LLkw) sein oder ein Subaru. Die Marke, die Grohmann durch dick und dünn im Markt trägt. Je 50 Neuwagen-Verkäufe im Jahr sind es aktuell, dazu die MAN-Truckwelt, die Fragner am Tor zum Waldviertel zu einer gefragten Nutzfahrzeug-Service-Anlaufstelle gemacht hat. Bislang läuft vieles noch zu seiner Zufriedenheit.

Mobilität in der Kritik Immer öfter reibt Grohmann sich die Augen, wie das Kraftfahrzeug öffentlich so in Verruf geraten ist, dem Österreich so viel an Aufschwung zu verdanken hat. Unverdrossen kämpft er für Maß und Mitte in der Verkehrs-,Wirtschafts-und Umweltpolitik, die er zunehmend in Gefahr geraten sieht.

Unter dem Synonym "Verkehrswende" wird seiner Meinung die gesamte Mobilitätswirtschaft ungerechterweise in Misskredit gebracht.

Grohmann fordert von seiner Standesvertretung Unterstützung im voranschreitenden Prozess der Digitalisierung, das richtige Maß zwischen Regulierung und Freiheit für bestehende und neue Geschäftsmodelle zu finden.

Der Jubilar bleibt auch im 100. Bestandsjahr optimistisch, seinen Betrieb der nächsten Generation wirtschaftlich friktionsfrei übergeben zu können. Seine Firma ist lastenfrei, die Kunden sind loyal und die Mitarbeiter sowieso. Auch dem Thema "Datenmonopol" sieht er gelassen entgegen. Mehr zur Herausforderung wird für den Waldviertler die instabile politische Lage bei uns in Europa. (LUS)