Autokonjunktur-Barometer

Autokonjunktur-Barometer

Mit Johannes Hödlmayr über sein ganz Europa überspannendes Fahrzeuglogistik-Unternehmen zu reden, ist ebenso faszinierend wie über die Auto-Detailversorgung zu sprechen.

Schon der Einstiegssatz zum Geschäftsjahr 2018 "Trotz brummender Konjunktur ein Jahr mit überraschenden Turbulenzen" umschreibt blumig den Zustand im Neuwagen-Auslieferungsprozess zwischen Hersteller, Importeur und Händler. Der Schwertberger Paradeunternehmer mit aktuell 800 Fahrzeugspezialtransportern, 12 Ganzzug-Systemen und unzähligen Schiffanschlüssen spricht bei gesteigertem Absatz von Neufahrzeugtransporten und damit verbundenen Dienstleistungen unumwunden von fordernden Rahmenbedingungen. Mit allen Begleiterscheinungen bei der Einführung der Abgasnorm WLTP reduzierte sich 2018 deutlich das Liefervolumen, gegen Jahresende kam jede Planbarkeit abhanden. Nur ein 12-Millionen-Euro-Neukunden- Auftrag von Jaguar/Land Rover aus Graz verschonte Hödlmayr vor gröberen Turbulenzen.

1,1 Millionen Quadratmeter bieten Platz für 55.000 Pkw-Stellplätze und ein Transportvolumen von rund 1,75 Millionen Fahrzeugen. Als Releasing-Agent ist das Familienunternehmen mit knapp 2.000 Mitarbeitern bei sechs Automobilherstellern qualitätssicherndes Bindeglied von der Fabrik zum Autohändler. Trotz aller wirtschaftspolitischen Unwägbarkeiten blickt Hödlmayr, dessen Sohn Johannes-Alexander heuer in das operative Geschäft eingestiegen ist, zuversichtlich in die Zukunft und investiert 2019 bis zu 37 Millionen Euro in die Erweiterung und Modernisierung von Flotte und Lagerkapazitäten. "230 neue Waggons wurden bestellt und 30eigene RoLa- Einheiten sollen bis 2021 den Fuhrpark ergänzen."

Erfolgversprechende Neugeschäfte

Neuerdings zeichnet Hödlmayr auch für die logistische Abwicklung von Tesla-E-Fahrzeugen zuständig. Vom belgischen Zeebrugge aus werden etwa 14.000 Model-3-Einheiten in Belgien, Luxemburg, Österreich und Schweden verteilt. In Rumänien werden 15.000 Toyota abgewickelt, aus dem rumänischenPitesti rollen 22.000 Dacia zu deutschen Händlern. Der Transport von 5.000 Sattelschleppern aus dem türkischen Daimler-Werk Aksaray nach Prag, Bratislava, Molsheim und Wörth machte eine logistische Neugestaltung mit High-&- Heavy-Camions notwendig, um die neuen GigaSpace- Zugmaschinen transportieren zu können. Für BMW wird die Versorgung von Einheiten ab Schwertberg und Graz in die Region Zentral-, Süd-und Osteuropa sichergestellt -das sind 32.000 Fahrzeuge im Jahr.

21 Fahrlehrer schulen Hödlmayrs aktuell 1.065 Fahrer im Fahrzeugtransport. Optimierungsschritte, um mit den besten Leuten bei immer knapperen Margen das Geschäftsjahr positiv gestalten zu können.