Nicht fit für Zukunft

Nicht fit für Zukunft

Die diesjährige BRV-Mitgliederversammlung in Hamburg lief vor spärlicher Kulisse ab, obwohl es viel zu sondieren gegeben hätte.

Unter dem Motto "Vorfahrt für die Zukunft-Qualitätsdienstleistung mit Menschen" bot der Bundesverband Reifenhandel und Vulkanisierhandwerk (BRV) einen facettenreichen Einblick in die Lage der Reifenbranche. Man stellte die strategisch wichtigen Themenbereiche "Markt- und kundengerechte Dienstleistungen" einerseits und die "Qualifizierung und Motivierung der Mitarbeiter für eine höchstmögliche Dienstleistungsqualität" andererseits in den Vordergrund. "Ein zunehmend knappes Gut, auch in der Reifenbranche", wie der Vorsitzende Dipl.-Ing. Stefan Helm auch anmerkte.

Teilnehmermotivation von Industrie unterlaufen BRV-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Drechsler nahm dann das Qualifikationsniveau im Reifenhandwerk unter die Lupe und forderte unter dem Aspekt von Reparatur und Instandsetzung von Luftreifen eine entsprechende Meisterqualifikation ein, um für die Zukunft fit zu sein. Diesbezüglich liege noch einiges im Argen.

Sabine Hübner, Hochschuldozentin für Service-Management, gab dem oft inflationär gebrauchten Begriff "Service" Kontur und erläuterte im Hinblick auf die Qualität von Serviceleistungen den erfolgsentscheidenden Unterschied zwischen Einstellung und Haltung. Sie war übrigens die einzige anwesende Österreicherin, denn von den im BRV assoziierten VRÖ-Mitgliedern fand niemand nach Hamburg.

Was übrigens auch das Problem des BRV ist. Von 2010 stimmberechtigten Mitgliedern taten 67 vor Ort ihre Pflicht. Dahinter steckt wohl auch die Tatsache, dass rund 90 Prozent der Mitglieder in Hersteller nahen Organisationen gebunden sind. (LUS)