Rückgang der Autoproduktion

Rückgang der Autoproduktion

Bilanz-Pressekonferenz von Bosch: Nach dem Rekord von 2018 erwartet Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung, weltweit ein schwierigeres Jahr.

Handelskonflikte (etwa zwischen den USA und China), starke Überschuldung vieler Länder in Europa, das verlorene Vertrauen in den Diesel - und nicht zuletzt die Folgen des Brexit: All dies führt derzeit zu einer gewissen Zurückhaltung der Kunden beim Kauf von Luxusgütern, zu denen auch Autos gehören. Bosch erwartet daher bei der weltweiten Automobilproduktion für heuer einen Rückgang um 3 Prozent auf 94,7 Millionen Fahrzeuge: "Erstmals seit der Finanzkrise werden die Produktionszahlen in zwei aufeinanderfolgenden Jahren rückläufig sein und voraussichtlich unter das Niveau von 2016 fallen", hieß es bei der Präsentation der Bosch-Zahlen für 2018 im Mai. Eine solche Reduktion trifft natürlich auch Bosch, den weltweit größten Automobilzulieferer: Und daher waren auf der Bilanzpressekonferenz in Renningen bei Stuttgart auch Fragen der deutschen Kollegen nach betriebsbedingten Kündigungen in den großen Werken für Dieselkomponenten (wie etwa Homburg) unvermeidbar. Ja, man werde sich von Mitarbeitern trennen müssen, sagte Bosch-Chef Dr. Volkmar Denner, allerdings werde man dies sozial verträglich machen.

Die eingangs erwähnten Probleme werden wohl auch dafür sorgen, dass bei Bosch weltweit nach dem Rekordjahr 2018 (+2,2 Prozent beim Umsatz auf 76,8 Milliarden Euro) heuer wohl nur mehr ein leichtes Wachstum erfolgen werde, hieß es bei der Pressekonferenz. Nähere Details dazu entnehmen Sie bitte den Grafiken!

Trotz des Rückgangs am Dieselmarkt hält man bei Bosch an den Verbesserungen dieser Motorentechnik fest. Details dazu präsentierte Denner Mitte Mai auf dem Motorensymposium in Wien: Unter anderem erklärte er, dass es gelungen sei, den NO -Ausstoß auch bei harten Beschleunigungsvorgängen oder hohen Autobahngeschwindigkeiten weiter zu senken.

Abgasnachbehandlung wird immer wichtiger

Zwar wird auch für Bosch das Geschäft mit Elektroautos immer wichtiger: Denner glaubt, dass im Jahr 2030 rund 25 Prozent der neuen Pkws und leichten Nutzfahrzeuge weltweit rein elektrisch unterwegs sein werden. Das bedeute im Umkehrschluss aber auch, dass in rund 10 Jahren noch etwa 75 Prozent aller neuen Fahrzeuge einen Verbrennungsmotor an Bord haben werden, sagte Denner. Deshalb werde Bosch die Produktbereiche Abgasnachbehandlung und Abgassensorik weiter verstärken: Derzeit sind bei Bosch weltweit rund 3.500 Mitarbeiter in diesem Sektor tätig; der Umsatz lag im Vorjahr bei 2,3 Milliarden Euro und sollbis 2030 auf 3 Milliarden Euro steigen. (MUE)