Rund um das Runde

Rund um das Runde

Pierre Robert (Groupe Michelin), Thorsten Bartosch, Klaus Kauermann (beide Magna Steyr Engineering Austria), Arno Eichberger (TU Graz), Saburo Miyabe (Goodyear Dunlop Tires Germany), Roland Spielhofer (AIT), Robert Pfenning (Pirelli Deutschland GmbH), Mirco Brodthage (Semperit Reifen Ges.m.b.H.), Bernd Hartmann, Thomas Schulze (beide Continental AG), Niko Kessler (Pirelli Deutschland GmbH), Friedrich Eppel (ÖAMTC)

Entwicklungen und Zukunft des Systems aus Reifen, Rad, Fahrwerk und Elektronik standen im Mittelpunkt des 16. Symposiums Reifen und Fahrwerk

Im Zusammenspiel aller Akteure sind Fortschritte am besten möglich. In seinem Fazit am Ende des Symposiums, das heuer unter dem Motto "Die Zukunft im Griff" stand, führte Dipl.-Kfm. Mirco Brodthage, Geschäftsführer Semperit Reifen GmbH, diesen Gedanken ins Treffen. Kooperationen mehrerer Player hätten bestehende Systeme wie ABS ermöglicht, sie würdenauch künftige wie den intelligenten Reifen ermöglichen -und nicht zuletzt auch die Realisierung der "Vision Zero" des Continental-Konzerns -also das Ziel, die Zahl der Verkehrstoten auf null zu reduzieren.

Auf dem Weg zum intelligenten Reifen

Zurück zum Anfang: Mag. Günter Thumser, Vizepräsident des ÖAMTC, und Univ.-Prof. Dr. techn. Dipl.-Ing. Bernhard Geringer, Vorstand des Instituts für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik der Technischen Universität Wien, begrüßten gut 150 Gäste im ÖAMTC-Mobilitätszentrum, wo vielseitige Vorträge zu Sicherheitsaspekten, Auswirkungen von Assistenzsystemen, Fragen von Geräuschentwicklung bis hin zu relevanten Entwicklungen beim Straßenbau geboten wurden.

Zusammenfassen lässt sich das alles unter dem Begriff des "intelligenten Reifens". Hinter diesem steckt weit mehr als nur ein Pneu, nämlich ein System von kooperierenden Sensoren und Assistenten, die nicht nur über das gerade aktuelle Grippotenzial auf der Straße Bescheid wissen, sondern auch helfen, das physikalische Potenzial des Reifens und Fahrwerks voll auszunutzen. Während derzeit im Einsatz befindliche Systeme meist optimale Zustände, z. B. von Wetter und Grip annehmen, könnten zukünftige Abstandsregeltempomaten Parameter wie Temperatur, Straßenbeschaffenheit oder niedrige Reifenprofiltiefe mit einbeziehen.

Aquaplaning-Assistenten, die derzeit entwickelt werden, können unter Benutzung von Informationen der 360-Grad-Kamera, Reifendruckkontrollsystem und Wetterdaten bei drohendem Haftungsverlust nicht nur warnen, sondern auch mittels Torque Vectoring und Schlupfregelsystemen sicher Geschwindigkeit abbauen helfen. Darüber hinaus erfordern Sharing-Konzepte "kommunizierende Reifen" - denn einerseits ist hier eine Maximierung der Einsatzzeit nötig und andererseits: Welcher Kunde kontrolliert schon den Reifenzustand bei einem car2go?

Gefährlicher als gedacht

Manche Probleme bleiben auch in modernen Zeiten dieselben -nur werden sie besser erforscht: Abgefahrene Reifen sind nachweislich der Grund für das Auftreten von Aquaplaning, andere Parameter wie etwa die Geschwindigkeit oder das Alter der Reifen haben eine vergleichsweise geringe Auswirkung.

Auch von Elektroautos als Herausforderung für die Reifenhersteller war die Rede. Höhere Radlast und stärkere Belastung durch hohe Drehmomente sind die Herausforderungen an die Reifenhersteller. Derzeitige Elektroautos bedeuten pro Reifen etwa 80 bis 100 Kilogramm höhere Last.