25. Automechanika: Die Messe der Rekorde

25. Automechanika: Die Messe der Rekorde

Mehr Besucher, mehr Aussteller, mehr Fläche: Die 25. Ausgabe der Auto­mechanika in Frankfurt im September hat wieder gezeigt, dass sie zu Recht die weltweit größte Branchenmesse ist. Nicht wirklich geglückt ist jedoch die beabsichtigte Integration der Reifenbranche.

Viel wird derzeit gesprochen, ob Messen noch zeitgemäß sind: Der Verzicht einer Reihe renommierter Hersteller auf eine Teilnahme am Pariser Autosalon Anfang Oktober ist das beste Beispiel dafür – und auch die traditionellen Veranstaltungen zu Jahresbeginn in den USA (z. B. Detroit) sind längst nicht mehr der internationale Anziehungspunkt wie früher, wenn man das „lokale“ Publikum, also in diesem Fall die USA, ausnimmt.

Hier finden Sie die Fotos von der Automechanika 2018

Gute Stimmung an den meisten Ständen

Weil in der Branche immer wieder über die Strahlkraft der kommenden AutoZum in Salzburg gesprochen wird, war man im September umso gespannter, wie Aussteller und Publikum auf die alle zwei Jahre veranstaltete Automechanika in Frankfurt reagieren würden: Immerhin handelt es sich um die bei ­Weitem wichtigste Messe für den automobilen Aftermarket: nicht nur in Europa, sondern weltweit. Die gute Stimmung war schon bei unseren Rundgängen an den ersten Messetagen bemerkbar: Fast auf jedem Stand zeigten sich zufriedene Gesichter. Ob Zweckoptimismus oder nicht: Als nach dem Ende der Messe die Zahlen veröffentlicht wurden, war klar – der hohe finanzielle und organisatorische Aufwand, den eine solche Messe bedeutet, hat sich wohl für die meisten Aussteller ausgezahlt.

„Die Automechanika ist weiterhin die wichtigste Messe für den Aftermarket weltweit.“

Manfred Baden, Robert Bosch GmbH

Denn die Veranstalter vermeldeten am Abend des 15. September gleich eine Reihe von Rekorden: So war die Jubiläumsausgabe der Automechanika die internationalste ihrer Geschichte. Denn die Fachbesucher kamen aus insgesamt 181 verschiedenen Ländern; vor 2 Jahren waren es „nur“ 169 Nationen gewesen. Insgesamt stellten mehr als 5.000 Unternehmen auf der Messe aus, 2016 waren es exakt 4.843 gewesen. Und auch die Zahl der Besucher war heuer höher als vor 2 Jahren: Passierten 2016 exakt 132.944 zahlende Besucher die Tore, so waren es heuer 136.000. Laut einer Umfrage waren etwa 10.000 Personen zum ersten Mal auf der Automechanika. Das zeigt, dass das schwierige Ziel, neues (und junges) ­Publikum ­anzulocken, durchaus erreicht wurde. Deutlich zu sehen war auch, dass zum Beispiel im Teilebereich immer mehr Hersteller von einzelnen Komponenten auch andere Segmente abdecken, um bei den Autoherstellern (und später im Aftermarket) besser vertreten zu sein. Ganz klar ein ­Verdrängungswettbewerb, der da im Gange ist.

82 Prozent der Aussteller erreichten Ziele

Übrigens wurde von den Veranstaltern auch die Zufriedenheit der Aussteller abgefragt. Hier bestätigt sich unser Eindruck: Denn 82 Prozent aller Aussteller gaben an, ihre Ziele erreicht zu haben, das sind um 3 Prozentpunkte mehr als 2016. Alles eitel Wonne also? Nicht ganz. Denn bei all diesen Zahlen sollte nicht unerwähnt bleiben, dass zwar die „alte Automechanika“ sehr gut mit Ausstellern bestückt und besucht war.

„Wir konnten auf unserem Stand potenzielle  Kunden und Lieferanten aus aller Welt erreichen.“

Jörn Schwieger, Marketingleiter Volkswagen Classic Parts

Doch die beabsichtigte Integration neuer Teile ist nicht wirklich geglückt. ­Einigermaßen zufrieden sollen zwar die Aussteller im neuen Bereich „Classic“ gewesen sein – auch wenn sich ein endgültiges Ergebnis (wie überall sonst) erst nach mehreren Wochen oder gar Monaten ziehen lässt. Deutlich schlechter war es aber um die Reifen bestellt: In der Halle 12, wo die (ohnedies nicht sehr zahlreich erschienenen) Hersteller ihre Neuheiten ausstellten, war die Zahl der Besucher nicht gerade berauschend – was sich auch auf die Stimmung der Aussteller drückte. 

Veranstalter halten am Konzept fest

Dies wissen auch die Veranstalter bis hinauf zu ­Automechanika-Direktor Olaf Musshoff: Die Zusammenführung der Reifen- und Kfz-Services sowie den damit verbundenen technischen Wandel bezeichnete Musshoff unmittelbar nach Ende der Veranstaltung als „größte Herausforderung“. Aufgeben wollen die Veranstalter ihr Konzept dennoch nicht: „Reifen gehören zu einer Automechanika einfach dazu“, so die Analyse von Musshoff: „Deshalb werden wir in dieses Angebot weiter investieren.“

„Größte Herausforderung ist für uns die Zusammenführung der Reifen- und Kfz-Services.“

Oliver Musshoff, Direktor der Automechanika Frankfurt

Falls Sie Ihren Terminplan lange im Voraus planen und ein Hotel buchen wollen: Die nächste Automechanika findet vom 8. bis 12. September 2020 statt!

Mehr zur Automechanika erfahren Sie in der nächsten Ausgabe der AUTO&Wirtschaft, sowie in den nächsten Tagen an dieser Stelle. Fotos der Messe finden Sie hier.