"Querschüsse verunsichern"

"Querschüsse verunsichern"

Beim "Tag der niederösterreichischen Kfz-Wirtschaft" in Grafenegg herrschte grundsätzlich gute Stimmung, allerdings gab es auch die eine oder andere Kritik von Gremialobmann Wolfgang Schirak.

Es war mittlerweile die dritte gemeinsame Veranstaltung von Landesinnung und -gremium im Schloss Grafenegg: Klar, dass die großen Themen wie WLTP und DSGVO im Mittelpunkt standen. So will Innungsmeister Karl Scheibelhofer im Herbst bei Bedarf Workshops zur Datenschutz-Grundverordnung abhalten, falls bei den Mitgliedern Bedarf besteht. Scheibelhofer verwies aber auch auf den DSGVO-Leitfaden, den die Bundesinnung gemeinsammit einem Software-Unternehmen erarbeitet habe und der von der Landesinnung per Newsletter an die Mitglieder versandt worden sei.



Deutliches Plus bei den Neuzulassungen

Landesgremialobmann Ing. Wolfgang Schirak berichteteüber ein Plus von 5,5 Prozent bei den Neuzulassungen in Niederösterreich nach 5 Monaten - und das, obwohl der Anteil der Tageszulassungen deutlich zurückgegangen sei. Rund 54 Prozent würden auf Diesel-und 41 Prozent auf Benzinfahrzeuge entfallen. 2,7 Prozent der neuen Autos hätten einen Hybridantrieb und 1,8 Prozent seien als reine E- Autos unterwegs. "Man kann also sagen, dass es dem Fahrzeughandel nicht schlecht geht." Allerdings werde die Arbeit durch die DSGVO ("ein rotes Tuch für viele von uns") erschwert, auch die Querschüsse im Zusammenhang mit dem Abgasskandal seien nicht hilfreich. "So werden die Kunden verunsichert, und das zu Unrecht", sagte Schirak.

Er kritisierte auch die vielen Vorgaben der Importeure: "Durch die vielen Reportings und Listenführungen sowie das Erfüllen der Standards fehlt den Autohändlern die Zeit für ihre wichtigste Arbeit -nämlich das Verkaufen von Autos. Wann haben wir denn noch Zeit, unsere Kunden zu beraten und zu betreuen?" Er, Schirak, sei überzeugt, dass die persönliche Beratung die Stärke der Autohäuser sein sollte -und eine Chance, auch in Zukunft zu bestehen. "Die Konsumenten legen viel Wert darauf."



Was dürfen Händler mit alten Autos machen?

Dr. Wolfgang Pfeffer, Gründer des Bewertungssystems "Autopreisspiegel", klärte die Händler über die Bewertung von Altautos auf: "Wenn ein altes Auto nicht mehr repariert werden kann, ist es kein Gebrauchtwagen mehr, sondern gefährlicher Abfall." Nun dürfe ein solches Auto auch nicht exportiert werden, es gebe auch keine NoVA-Refundierung: "Die Abfallprüfung können Sie auch im Autopreisspiegel durchführen."

Mag. Andreas Obereder, Geschäftsführer der Obereder GmbH, rief die Werkstätten auf, bei den modernen Dieselmotoren stärker auf das Thema Ad-Blue zu setzen: "Das Nachfüllen ist eine einzigartige Möglichkeit zur Kundenbindung." (MUE)