Schaden? Bitte zu mir steuern!

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Schaden? Bitte zu mir steuern!

Die Lackhersteller arbeiten an ihren Partnernetzwerken, um in weiterer Folge als großflächiger Partner der Flottenbetreiber aufzutreten. Bleibt nur die Frage, ob diese Entwicklung zu mehr oder weniger Schadenssteuerung führt.

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Die österreichischen Kfz-Versicherungen sprechen sich ganz klar gegen Schadenssteuerung aus. Das hätte in Österreich keine Tradition, so die öffentliche Meldung. Ist also alles in Ordnung für die heimischen Karosseriebetriebe? Mitnichten. Die Schadenssteuerung kommt auch zu uns, und in Wahrheit ist sie schon Realität. Die Versicherungen sind tatsächlich zurückhaltend, bei den Leasingfirmen sind Kooperationen mit entsprechenden Rabatten jedoch schon längst umgesetzt. Und mit jeder Vertragsverlängerung werden die Forderungen höher. Einige Lackierbetriebe haben mittlerweile langjährige Partnerschaften auslaufen lassen, weil sie nicht mehr bereit waren, weitere preisliche Zugeständnisse zu machen. Eine vorbildhafte Entscheidung, die sich freilich nur wenige Betriebe wirklich leisten können.

Die Flotten, die entscheiden

"Die Lackierbetriebe haben es immer weniger mit Eigentum zu tun. Der Autofahrer entscheidet nicht mehr selbst, wo er seinen Schaden reparieren lässt", erklärt Kai Gräper von Akzo Nobel. Es entscheidet der eigentliche Besitzer des Fahrzeuges, also der Fuhrparkbetreiber bzw. die Leasingfirma. Damit ist sowohl die persönliche Präferenz für einen Betrieb wie auch der emotionale Zugang zum Auto nicht mehr gegeben."

Partnernetzwerke ohne Preiskomponente

Die Lackfirmen reagieren grundsätzlich richtig, indem sie ihre Partner zu einem Netzwerk zusammenfassen und gegenüber den Leasingfirmen mit einheitlichen Standards auftreten. Hier geht es momentan um Qualität und Prozesse. "Jene Institutionen, die Schäden zu unseren Betrieben bringen, wollen Standards für einheitliche Qualität und für einheitliche Prozesse in der Abwicklung", erklärt Gräper Die grundsätzliche Motivation, die eigenen Kunden, also die Lackierbetriebe, zu stärken, ist logisch und vernünftig.

Dennoch ist es eine Art der Schadenssteuerung und es besteht die Gefahr, dass es auch hier irgendwann um Rabatte und Preise geht. Denn wenn die Qualitätsnetze flächendeckend sind, wird es wieder um den günstigeren Preis gehen.

Schadenssteuerung geht vom Kunden aus

Doch auch beim Privatkunden wird die Schadenssteuerung kommen, und zwar auf Druck des Versicherungsnehmers selbst. Die Kunden wollen in erster Linie eine günstige Versicherungspolizze. Die Abwicklung des Schadens ist zu diesem Zeitpunkt unwichtig. Die Versicherungen können die günstigen Prämien natürlich nur mit weiteren Einsparungen beim Schaden realisieren.

Ein Beispiel dazu ist die Huk-Coburg, führender Kfz-Versicherer in Deutschland. Dort erhält der Kunde 20 Prozent Rabatt auf die Versicherungspolizze, wenn er Werkstattverträgen zustimmt. "Etwa die Hälfte der Huk-Coburg-Verträge verfügt über solche Werkstattverträge", berichtet Ralf Peters, Schadenssteuerung-Experte bei Akzo Nobel. Durch die zunehmende Zahl und Bedeutung an Internetvergleichsplattformen wird der Preis bei der Versicherung zukünftig noch wichtiger werden. Die Versicherungen werden es bei der Reparatur einsparen. Mit Sicherheit.

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