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Sein feiner Humor wird uns fehlen

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Sein feiner Humor wird uns fehlen

Branchenjournalist Michael Stirner ist 72-jährig verstorben: Er war nicht nur ein Meister der Sprache, sondern auch ein ganz edler Mensch.

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Herbst 1986, in den engen Redaktionsräumlichkeiten der „Presse“ am Parkring in der Wiener Innenstadt: Stress im Chronik-Ressort für mich als 21-jährigen „Frischg’fangten“, noch mehr Hektik im Sport – doch relative Ruhe ein paar Zimmer weiter. Dort saß Michael Stirner mit einem kleinen Team und werkte am jeden Freitag erscheinenden „Magazin“, das zwar noch nicht echtes 4C, aber wenigstens schon ein bisschen Farbe in die damals noch schwarz-weiße Zeitungswelt brachte.

Stirner konnte schon damals nichts aus der Ruhe bringen, und er nahm sich meiner ein bisschen an: Eine Geschichte über das studentische Leben in Wien war es, ein paar bunt beschriebene Seiten, gemeinsam mit einer mittlerweile beim ORF werkenden Jungkollegin aus der Steiermark. Endlich ein paar Schilling mehr am Konto als bei den kurzen Meldungen über Autounfälle, Erdbeben und andere chronikale Ereignisse.

Dann ging Michael Stirner zum „Kurier“, mit einem legendären Abschiedsfest, wenn ich mich recht erinnere. Ein paar Jahre sahen wir uns nicht, bis wir uns dann bei diversen Autovorstellungen immer wieder trafen (Stirner war mittlerweile zum „auto touring“ gewechselt und ich zum A&W Verlag). Michaels extrem feinsinniger Humor, seine ruhige Art, seine Liebe zu den Motorrädern – es waren stets feine Stunden mit ihm, auch wenn wir uns ab und zu privat bei einem „Jour fixe“ in Wien-Favoriten trafen.

Jetzt ist Michael Stirner 72-jährig in Deutsch-Wagram verstorben: Er wird uns fehlen.

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