Digitalisierung im Autohaus: Sind Sie gerüstet?

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Digitalisierung  im Autohaus: Sind Sie gerüstet?

Michael Schmidt, Markus Höller, Bernhard Radauer, Wolfgang Rötzer, Ernst ­Ellensohn, Florian Schirak, Alexander Dvorak, Bernhard Kalcher, Erich Horvath

Die Digitalisierung schreitet auch in den Autohäusern und Fahrzeugen zügig voran. Sind die Betriebe dafür bereits gut gerüstet, bedarf es weiterer Investitions-Schritte und wie reagieren die Kunden? Wir haben nachgefragt.

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Schmidt: Ältere Käufer skeptisch
„Unsere Hauptaufgabe ist es, unseren Kunden ein Auto zu verkaufen“, sagt Michael Schmidt, Geschäftsführer Höglinger Denzel GmbH/Linz. Es gebe Kunden, die zögerten, alle ihre Daten herzugeben oder Fahrzeug-Apps zu benützen. Ältere Kunden seien mit der zunehmenden Digitalität oft überfordert. Praktisch seien spezielle digitale Services für Kunden in der Werkstatt: „Mittels kurzer Videos können diese vor zusätzlichen notwendigen Reparaturen oder Ersatz von Verschleißteilen informiert werden. Dieses Angebot wird sehr gut angenommen, weil Kunden veranschaulicht wird, dass diese Reparatur auch durchgeführt werden muss.“    

Höller: Kunden machen Druck
„Die Kunden dringen immer mehr in die digitale Welt ein, und auch unsere Importeure bringen Neuerungen. Unsere Kunden nutzen die Apps und machen auch Druck, wenn es mit diesen Probleme gibt“, sagt Markus Höller, Geschäftsführer Autohaus Höller/Eugendorf. Das digitale Zeitalter sei im Alltag angekommen. „Wenn man hier nicht mittut, kann man zusperren“, so Höller. Auch im eigenen Haus seien die Abläufe digitalisiert worden, das betreffe die Werkstatt und den Verkauf, dagegen könne man sich auch nicht verwehren. „Das gilt auch für die Buchhaltung, die bei uns papierlos ist. Der Nutzen wiegt die Kosten auf, -beschleunigt sämtliche Abläufe, und das ist gut so.“

Radauer: Kunden zuweilen überfordert
„In Sachen Digitalität ist man dem Hersteller teilweise ausgeliefert, weil dieser erwartet, dass gewisse von ihm zur Verfügung gestellte digitale Dienste für Kunden vom  Handel schmackhaft gemacht werden“, so Bernhard Radauer, Geschäftsführer Autohaus Radauer/St. Veit an der Glan. „Die Digitalisierung mag in gewissen Bereichen Vorteile bringen, dennoch wird sie überschätzt. Über allen steht meiner Meinung und Erfahrung nach noch immer der persönliche Kontakt im Autohaus. Das betrifft auch die eigene Werbung. Die große Flut an Werbung in Social-Media-Kanälen überfordert viele Kunden, die größten Erfolge erzielen wir nach wie vor mit klassischen Print-Werbemitteln.“

Rötzer: Kunden agieren oft „analog“
„Wir sind punkto Digitalität am Stand, auch weil wir das – vorgegeben durch die Projekte unserer Hauptlieferanten – durchziehen müssen. Das betrifft die Digitalisierung im Zusammenhang mit den Kunden“, wie Ing. Wolfgang Rötzer, Geschäftsführer Autohaus Dosenberger, Innsbruck, berichtet. „Im Moment arbeiten wir daran, die Reparaturannahmetermine mehr zu digitalisieren, was aber nicht von allen Kunden angenommen wird, weil diese lieber telefonieren oder persönlich vorbeikommen, um Servicetermine auszumachen. Insgesamt funktionierten auch die hausinternen Digitalisierungsmaßnahmen ganz gut, „allerdings bedarf es intensiver EDV- Schulungen der Mitarbeiter, um Bedienungsfehler zu vermeiden“.

Ellensohn: Hersteller machen Druck
„Wir brauchen uns punkto Digitalität im Betrieb nicht so viel vornehmen, weil das Werke und Importeure vorschreiben. Diese Vorgaben müssen wir umsetzen“, so Ing. Mag. Ernst Ellensohn, Geschäftsführer Autohaus Ellensohn/Rankweil. „Ein Importeur teilt zum Beispiel mit, dass es eine neue Kunden-App gibt, die wir den Kunden schmackhaft machen sollen, gleichzeitig wünscht ein 2. Importeur, der bereits eine Kunden-App etabliert hat, dass nun erweiterte Funktionen in Zukunft beim Ablauf berücksichtigt werden, was eine zusätzliche Herausforderung darstellt. Die Hersteller erwarten das und geben auch Mindest-interpretationen vor – wenn der Kunde das nicht will, müssen wir uns rechtfertigen.“

Schirak: Betriebe voll digitalisieren
„Wir sind auf dem Weg, unsere Betriebe voll zu digitalisieren. Bei einzelnen Herstellern ist die Digitalisierung mit sehr hohen Zielen auch im Aftersalesbereich behaftet“, so Florian Schirak, Geschäftsführer bei Schirak-Lehr GmbH/St. Pölten. Das Problem sei auch, dass manche Kunden dies ablehnten, diesbezüglich am aufgeschlossensten seien Kunden von E-Fahrzeugen, weil diese etwa die Klimatisierungsmöglichkeiten oder die Möglichkeit zur Überprüfung des Ladestands während der Ladevorgänge schätzten. „Momentan wird das Thema Digitalität in vielen Autohäusern noch stiefmütterlich behandelt, wird meiner Meinung am Ende aber essenziell sein. Die Branche wird digitaler werden müssen, das betrifft auch die gesamten Abläufe im Autohaus.“

Dvorak: Zettelwirtschaft ersparen
„Die Lead-Generierung, die vom Hersteller kommt, wird mehr, wobei wir das mittlerweile gerne umsetzen, weil wir damit auch schon gerade in ruhigeren Zeiten zu einigen Abschlüssen gekommen sind“, sagt Ing. Alexander Dvorak, Geschäftsführer Autohaus-Dvorak/Wien. Werbung über Social-Media-Kanäle bringe nur dann etwas, „wenn man zu 100 Prozent dahinter ist, weshalb wir in diese Richtung Veränderungen planen. Im Lauf des Jahres kommen weitere digitale Neuerungen bei Kauf- und Leasingverträgen dazu, die Erleichterungen bringen und uns viel Zettelwirtschaft ersparen. Unser nächstes Projekt ist nun die digitale Ablage, die uns hausintern viele Vorteile bringen wird.“

Kalcher: Digitalisierung der Werkstätte
„Unser neuestes Projekt in unserem Betrieb ist die Digitalisierung der Werkstätte, wir wollen innerhalb von 12 Monaten vom Papier wegkommen und auf die elektronische Abwicklung umstellen“, so Bernhard Kalcher, Geschäftsführer Autohaus Kalcher/Fehring. „Wobei es grundsätzlich Unterschiede bei der Digitalisierung gibt. Im Kfz-Bereich sind das die freie Werkstatt, Werkstätten mit Konzept und markengebundene Werkstätten. Das sind drei Blöcke, mit unterschiedlichen Digitalisierungsprozessen und Bedürfnissen. Der größte Digitalisierungsdruck herrscht bei markengebundenen Werkstätten. Klar ist: Sollten in einem volldigitalisierten Betrieb einmal die Server streiken, dann steht dieser still!“

Horvath: Digital gut aufgestellt
„Unser Autohaus ist digital auch gut aufgestellt, wir arbeiten nach den Vorgaben der Hersteller, und das passt für uns sehr gut“, so Komm.-Rat Erich Horvath, Geschäftsführer Autohaus Horvath/Eisenstadt. Das betreffe einerseits die markengebundene Werkstätte, aber auch beispielsweise zugehörige Apps für die Fahrzeuge der Kunden. „Wir setzen das entsprechend um“, so Horvath. Auch betriebsintern würde die Digitalisierung in Bereichen, wo sie Sinn machten und die Abläufe im täglichen Geschäft erleichterten und verkürzten, umgesetzt. Weitere Schritte seien derzeit nicht geplant. Alle digitalen Neuerungen würden Schritt für Schritt im Einklang mit dem Importeur durchgeführt.
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