Ein unaufhaltsamer Siegeszug

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Ein unaufhaltsamer  Siegeszug
Adober Stock

Die Zahl der Fahrzeuge mit Automatikgetriebe ist in den vergangenen Jahren rasant angestiegen. Immer weniger Fahrzeuge können heute überhaupt noch mit manuellem Getriebe geordert werden. Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf das Werkstattgeschäft.

Für Puristen und Fans der Handschaltung mag die Entwicklung eine äußerst unerfreuliche sein, Werkstätten können sich hingegen auf Zusatzgeschäft freuen: Automatikgetriebe haben vor allem in den letzten 10 Jahren einen regelrechten Siegeszug hingelegt. Laut Eurotax lag der Anteil der Fahrzeuge mit Automatikgetriebe an den Pkw-Neuzulassungen im Jahr 2010 noch bei 12 Prozent, 10 Jahre später machten sie bereits 42,3 Prozent aus – Tendenz steigend. Ein noch deutlicheres Bild zeichnen jene Zahlen, die Volkswagen auf A&W-Anfrage zur Verfügung gestellt hat: Während die Aufteilung der Getriebearten bei VW im Jahr 2017 noch deutlich zu Gunsten der Handschaltung ausfiel (68,69 Prozent Schalter, 31,31 Prozent Automatik), hat sich die Verteilung im Jahr 2022 mit einem Automatik-Anteil von 61,02 Prozent deutlich umgekehrt.

Das Potenzial im Getriebe
Die Ausmaße des Potenzials für Werkstätten zeigen sich erst anhand der oben erwähnten Zahlen und der entsprechenden Service-Intervalle. So teilt man bei VW beispielsweise mit, dass man ausschließlich DSG-Getriebe einsetze, abgesehen vom Touareg, bei dem man sich einer Wandler-Automatik bedient. Während VW beim Wandler kein Wechselintervall vorgibt, sieht die Sache beim DSG – dem vorrangig verwendeten Getriebe – anders aus. „Üblicherweise liegt der Wechselintervall bei 60.000 Kilometer, manche haben 120.000 Kilometer“, so die Antwort des Unternehmens. Die Wechselmenge des Getriebeöls bewege sich dabei zwischen 4 und 7 Litern.

Klarer Trend Richtung Automatikgetriebe
Bei BMW sehe man ebenfalls einen „klaren Trend in Richtung Automatikgetriebe“, dies beinhalte sowohl Wandler-Automatikgetriebe als auch Doppelkupplungs-Automatikgetriebe. Der Anteil liege in Europa mittlerweile bei mehr als 85 Prozent. Einige Baureihen, wie beispielsweise der neue BMW 2er Active Tourer, würden inzwischen gar nicht mehr als Handschalter angeboten, betont man auf A&W-Anfrage. Lediglich bei den „Bookends“, also z.B. den Einstiegsvarianten der 1er-Baureihe, sowie bei jenen High-Performance-Varianten wie dem BMW M4, wo die Nachfrage nach „sportlich präzisen Handschaltgetrieben“ weiter gegeben sei, biete man den Handschalter noch an. In der Frontantriebsarchitektur setze man dabei auf Doppelkupplungsgetriebe, bei der Heckantriebsarchitektur seien es Wandler-Automatikgetriebe. Während BMW beim Doppelkupplungs-Automatikgetriebe wie im neuen BMW 2er Active Tourer oder im neuen BMW X1 den Ölwechsel nach 100.000 Kilometern vorgibt (Befüllung 4,5 bis 5,5 Liter – je nach Variante), ist der Ölwechsel bei der 4. Generation der 8HP Automatikgetriebe, wie es beispielsweise in der neuen BMW 7er Baureihe zum Einsatz kommt, aufgrund der Lifetime-Befüllung nicht nötig.

Ende der Fahnenstange beim Elektroauto?
Die zunehmende Elektrifizierung von Fahrzeugen hat natürlich auch Auswirkungen auf die Getriebe-Landschaft. So teilt man uns beispielsweise bei Ford mit, dass aktuell sowohl Doppelkupplungs-, Wandler- wie auch stufenlose Automatik zum Einsatz kommen. Mit der zunehmenden Anzahl an BEV werde das CVT künftig wohl aber das einzige Getriebe im Angebot bei Ford sein. Die Wechselintervalle variieren hier zwischen den unterschiedlichen Getriebearten deutlich: Wandler-Getriebe bis zum aktuellen Explorer hätten laut Serviceheft eine lebenslange Befüllung. Beim Wandler-Getriebe (zwischen 4,5 und 14 Liter) ab Explorer betrage das Intervall hingegen 10 Jahre oder 240.000 Kilometer. Beim MPS-Getriebe (rund 7,5 Liter) werde der Ölwechsel alle 60.000 Kilometer fällig und beim Elektroauto-Getriebe (rund 9 Liter) nach 10 Jahren oder 240.000 Kilometern.

Potenzial nützen
Dass sich im Bereich der Automatikgetriebe großes Potenzial verbirgt, haben auch die Schmierstoffhersteller längst erkannt. Der fortschreitende Grad der Elektrifizierung sei jedenfalls kein Grund zur Panik: „Der Fahrzeugbestand in Österreich beträgt ca. 5,1 Mio und besteht zu rund 96% aus Benzin- & Dieselfahrzeugen. Das durchschnittliche Fahrzeugalter ist 10 Jahre. Der Bedarf an Schmierstoffen ist vorhanden“, erklärt Ing. Karl Taubek von TotalEnergies. Das Getriebe berge dabei großes Potenzial für Zusatzgeschäft in den Werkstätten: „Es ist die perfekte Möglichkeit, zusätzliche Umsätze zu generieren und bei Kunden entsprechende Kompetenz bei Automatikgetriebespülungen zu zeigen. Das Komplettservice mit unserem FUCHS ATF Gear plus Gerät, die passenden OEM-freigegebenen Öle, die praxisorientierte Schulung sowie die ergänzende ATF-Technik-Hotline sind hier die treibenden Erfolgsfaktoren“, so Reinhold Amschl von Fuchs. Es zeigt sich, dass im Getriebe enormes Potenzial liegt, um die Frequenz in Werkstätten hochzuhalten. 

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