Die Botschaft hör ich wohl …

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Die Botschaft hör ich wohl …

Dr. Fritz Knöbl ist emeritierter Rechtsanwalt und Publizist

… allein mir fehlt der Glaube. Der Glaube an die Erreichbarkeit jener schönen Wirtschaftsziele, die uns als realistische Zukunft versprochen wurde.

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Denn diese Zeiten scheinen mir für die nächsten Jahre vorbei. Unsere Politiker und ihre Politik sind immer weniger imstande, den „Glauben“ an verkündete Worte, Versprechungen und Prognosen zu wecken. Allerdings war die Politik nicht imstande, solch einen „Glauben“ an die von ihr gepredigte E-­Mobilität als allseligmachende Wahrheit zu erwecken. Das Ziel und der Weg dorthin müssen letztlich auch der Überprüfung durch den eigenen Verstand und eigene Erfahrungen standhalten können. Wenn es von natur- und ­wirtschaftswissenschaftlichen Erkenntnissen widerlegt wird, verliert es aus der Sicht der Vernunft den notwendigen Glanz zum Überleben. Der Glaube an dieses Ziel kommt durch den ­kritischen Verstand zum Erlöschen.

Die EU-Politiker haben sich in den letzten Jahren darin überboten, bei der – zweifellos notwendigen – Energiewende unerreichbare Ziele vorzuschreiben. In einem unseligen Wettbewerb, wer der bessere Klimaapostel sei. Mit dabei das chronisch schuldbewusste Deutschland, an dessen Gängelband Österreich hängt. Gleichzeitig sah man sich bemüßigt, der Wirtschaft auch noch den Weg zu diesem Ziel vorzuschreiben. Als sich dies als Sackgasse erwies, wurde von diesen Politikern beschlossen, diesen ­dogmatisch festgelegten Klimapfad mit ­Milliardensubventionen zu vergolden. Was rundum mit Schulden und neuem, fiktivem Geld finanziert wurde – womit die Politiker eine riesige Geldschwemme auslösten. Von dieser unbeeindruckt phantasierten sie von einer zweiprozentigen Inflation – als die Betriebe bereits mit einer Kostenexplosion kämpften.

Die Politiker wollen uns nun überzeugen, nichts falsch gemacht zu haben. Wir sollen glauben, Corona und Putin seien an allem schuld. Doch die meisten Kfz-Unternehmer haben bereits einen derartigen „Glauben“ verloren. Immer mehr Menschen – vor allem die Jungen – haben ihren Glauben an eine automotive Zukunft verloren. Der Spaß an einer individuellen Mobilität – am Autofahren – wurde und wird ihnen von der Politik auf allen Ebenen, voran die finanzielle, verdorben. Es steigt die Zahl der „Aussteiger“ – vorweg jener, die das Privileg haben, beruflich und im Alltag kein Auto zu brauchen.
20 Prozent der Aussteiger erklärten bei einer aktuellen Umfrage, sich den Betrieb eines Autos schlicht nicht mehr leisten zu können. Bei einem Drittel war es „bloß“ der familiäre Zweitwagen, der den politisch verursachten Sparzwängen geopfert wird. Die Attraktivität der Öffis ist mit 10 Prozent der neuen Auto-Abstinenten weiterhin bloß eine schwache Motivation zum Auto-Verzicht.

Der Autofahrer als Melkkuh der Nation scheint den Politikern langsam abhanden zu kommen. Wie dann die Subventionierung von teuren E-Autos weiterhin funktionieren soll, ist derzeit ungeklärt. Eine individuelle Mobilität, die über das Fahrrad hinausgeht, wird sich dann auf jene Privilegierten beschränken, die sie sich noch leisten können. Dann gibt es auch keine Kfz-Industrie und kein Kfz-Gewerbe mehr. Dank der Politik, die gerade dabei ist, dieses Rückgrat der Wirtschaft – zumindest in Europa – zu demontieren.

Aber lassen Sie sich durch mich nicht irritieren. Jedes Ziel lässt sich auf einen „neuen“ Glauben politisch adaptieren. „Eine positive Lebenseinstellung hilft gerade in Krisenzeiten“, lese ich dazu im Internet. „Optimisten tun sich damit leichter,“ finden sie online vom Focus-Magazin die passenden Praxistipps. An die Sie als gestresster Kfz-Unternehmer wie an das Christkind bloß zu glauben brauchen: praxistipps.focus.de/positive-lebenseinstellung-so-veraendern-sie-ihre-sichtweise_119297

Der A&W-Verlag bildet ein breites Meinungsspektrum ab. Kommentare müssen nicht der Meinung des Verlages entsprechen.

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