H2, warum nicht?

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H2, warum nicht?

Nikolaus Fleischhacker, Roland Punzengruber, Ewald Perwög (MPreis) und Ernst Fleischhacker, vor einem H2-Lkw und einem H2-Bus

Die Schweiz zeigt, wie es geht: Dort sind schon fast 50 Wasserstoff-Lkws im Einsatz. Nun werden auch in Österreich Initiativen der Regierung gefordert.

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Wer vor dem Gebäude am Rande von Völs steht, ahnt nicht, was da vorgeht. Wie auch? Den Elektrolyseur, das Herzstück der Anlage, sieht man nur von drinnen. Lediglich ein Tank, ein Stückerl weiter aufgebaut, weist aufmerksame Besucher darauf hin, was hier passiert. Wasserstoff (H2) wird erzeugt, bis zu 54 Kilogramm pro Stunde sind es.

Was man damit macht? Zum Beispiel könnte man jenen Bus, der seit einigen Monaten von den „Wiener Linien“ erfolgreich erprobt wird, bis zu 1.000 Kilometer damit fahren lassen. Doch der H2 wird natürlich nicht nach Wien geschickt, dort will man selbst Wasserstoff erzeugen. Vielmehr dient der Wasserstoff zum Betrieb der Lastwagen von MPreis. Das ist (wie auch Ostösterreicher aus dem Urlaub wissen) eine Lebensmittelkette, die vor allem im Westen Österreichs beheimatet ist.

Ohne Förderungen geht nichts
Die ersten drei Lkws, die mit Wasserstoff betrieben werden, sollen demnächst in Tirol eintreffen: In ein paar Jahren, so das Fernziel, könnten dann alle 45 Verteiler-Lkws von MPreis auf Wasserstoff laufen. Dass das nicht günstig ist, versteht sich von selbst: 13 Millionen Euro verschlang die Produktionsanlage, ohne Fördermittel geht da nichts.

Und dennoch: So rechte Freude will im Wasserstoff-Bereich in Österreich nicht aufkommen. Der Grund ist die „Wasserstoffstrategie für Österreich“, die von den zuständigen Ministerien vor wenigen Wochen vorgestellt wurde. Darin steht, kurzgefasst: Für den Flugverkehr und für Schiffe ist Wasserstoff ein guter Antrieb, für Fernverkehrs-Lastwagen und Busse geht’s eventuell auch, aber für Verteiler-Lkws und Busse kann man H2 vergessen.

Das will man im „Green Energy Center“ in Innsbruck nicht wahrhaben: Hierher, in der Nähe des Flughafens, kommen all jene, die ihre Mobilität „grün“ machen wollen, zum Beispiel Frächter, die auf Wasserstoff-Last­wagen umsteigen wollen. Allein: Es lohnt sich nicht, denn hier geht es um Cent pro Kilometer. Und ein Wasserstoff-Lkw sowie der Treibstoff kosten (noch) deutlich mehr als ein vergleichbarer Diesel.

750 H2-Lkws und 250 H2-Busse bis 2025
„In der Wasserstoffstrategie der Regierung stehen Dinge drin, die absolut nicht mit unserer Arbeit zusammenpassen“, sagt Dr. Ernst Fleischhacker vom „Green Energy Center“. Die langjährige Arbeit, auch bei MPreis, mache „keinen Sinn, wenn solche Papiere veröffentlicht werden“.

Gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten stellte er bei einer Pressekonferenz in Innsbruck am 7. Juli ein paar Ideen vor. Am Podium saß auch Mag. Roland Punzengruber, Geschäftsführer von Hyundai in Österreich: Er repräsentiert jenen Hersteller, der nicht nur Wasserstoff-Pkws (zuerst ix35, jetzt Nexo) baut, sondern auch Busse (je einer fährt in Wien und Graz) und Schwer-Lkws. Und jetzt kommt die Schweiz ins Spiel: Dort hat die Regierung alle Wasserstoff-Lkws von der Autobahnmaut befreit. Und da die Maut deutlich höher ist als in Österreich, rechnet sich das Geschäft für die Frächter plötzlich. Bis 2025 wird allein Hyundai in der Schweiz 1.600 H2-Lkws ausliefern.

Und wie lautet der Wunsch des österreichischen ­Wasserstoff-Konsortiums an die Regierung? 750 H2-Lkws und 250 H2-Busse bis zum Jahr 2025. Dafür wären Förderungen in der Höhe von rund 500 Millionen Euro notwendig.
Die Fahrzeuge wären verfügbar, so Punzengruber. •

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