07 So weiblich ist die Auto-Branche

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07 So weiblich ist die Auto-Branche
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Frauen sind nicht nur ein wichtiger Teil in der Autoindustrie. Sie haben sie sogar wesentlich geprägt. Auch wenn es vergleichsweise immer noch zu wenig Frauen in Spitzenpositionen in der Autobranche gibt - die Tendenz stimmt!

Wer die Automobilindustrie für eine Männerdomäne hält, der irrt. Frauen spielten -und spielen immer noch - eine entscheidende Rolle in der Geschichte des Automobils. Viele Innovationen verdanken wir Frauen. Angefangen von der Etablierung des Autos an sich über die Erfindung von Blinker oder Scheibenwischer bis hin zur Teilnahme an Autorennen standen Frauen stets an vorderster Front und waren Wegbereiterinnen für das Automobil. Da wären zum Beispiel:

• Cäcilie Bertha Benz.
Eine, wenn nicht DIE Pionierin rund um die Erfindung des Automobils. Sie löste die ausschlaggebende Aufmerksamkeit für die Erfindung ihres Mannes Carl aus. Das Interesse am Motorwagen Nummer 3 hielt sich in Grenzen, letzte Vorbehalte wurden erst durch jene Langstreckenfahrt zerstreut, die Bertha zusammen mit ihren Söhnen 1888 unternahm.

• Mary Anderson.
Der amerikanischen Bauunternehmerin und Erfinderin verdanken wir den Scheibenwischer. Sie erhielt 1903 das Patent für die erste Scheibenwischanlage der Welt. Diese hat nur mehr wenig mit aktuellen Scheibenwaschanlagen zu tun, der gefederte Schwingarm mit einem Gummiblatt, der mittels eines in Lenkradnähe angebrachten Hebels in Bewegung gesetzt werden konnte, wurde nach dem Ablauf des Patents 1920 zur "Serienausstattung" beim Auto.

• Florence Lawrence.
Der Vorgänger der heutigen Fahrtrichtungsanzeiger vulgo Blinker geht auf den "auto signaling arm" der kanadischen Stummfilmschauspielerin Florence Lawrence zurück. Aus Leidenschaft zum Auto tüftelte sie 1914 am ersten "Blinker": Dieser war eine Fahne an der hinteren Stoßstange, die sich durch Knopfdruckhob und senkte und andere über den Richtungswechsel informierte.

• Maria Teresa de Filippis.
Es war im Jahr 1958, als die auch "Pilotino"(kleiner Rennfahrer) genannte Italienerin mit einem Maserati als erste Frau bei einem Automobil-Weltmeisterschaftsrennen, das heute als Formel 1 WM bezeichnet wird, an den Start ging.

Auch in der mittlerweile fortgeschrittenen Entwicklung hin zur digitalisierten Mobilität, die sich elektrisch, vernetzt und gemeinschaftlich präsentiert, sind Frauen von außerordentlicher Bedeutung. Aufgrund ihrer Interessen und Fahrgewohnheiten beeinflussen sie nicht nur maßgeblich den Ausbau der Elektromobilität oder den von Carsharing-Konzepten, sondern leisten auch auf Entwickler-und Managementseite immer größer werdende Beiträge:

• Mit nur 28 Jahren leitet Projektmanagerin Anna Homs im Volkswagen-Konzern ein Team von Fachleuten aus China, den USA und Deutschland und entwickelt heute Sprachsteuerungsassistenten für das Jahr 2030. Den aktuellen Wandel findet die Wirtschaftsingenieurin überaus spannend: "Wir befinden uns an einem Wendepunkt, der viele Veränderungen und Herausforderungen mit sich bringt. Ich bin der Meinung, hier sollte sich jeder auf seine Weise einbringen."

• Der erste rein elektrische Mini wurde unter der Regie von Elena Eder entwickelt. Die italienische Maschinenbau-Ingenieurin und dreifache Mutter ist bei Mini Projektleiterin und hatte "schon als Kind mit Autos gespielt und immer schon eine Faszination für Komplexität und schöne Sachen: Autos sind für Ingenieure wie ein Tauchgang am Great Barrier Reef für Taucher."

• Seit Ende 2021 ist die gebürtig Portugiesin Fedra Ribeiro Chief Operating Officer von Mobilize bei der Renault Group. Ribeiro arbeitete bereits für die Volkswagen Group, Raytheon Technologies oder Bosch und wurde 2020 von Vulog, einem französischen führenden Shared-Mobility-Technologie- Unternehmen, zu einer der weltweit 20 einflussreichsten Frauen im Bereich Mobilität ernannt.

• Die Amerikanerin Mary Teresa Barra leitet seit 2014 General Motors als CEO, wurde im gleichen Jahr vom Time Magazine zu einer der 100 einflussreichsten Führungspersönlichkeiten der Welt ernannt und war 2016 auf der Forbes-Liste die weltweit fünfteinflussreichste Frau. Seit 2018 ist sie in der National Academy of Engineering.

Zweifelsohne sind die erwähnten Ladys Ausnahmeerscheinungen und nicht die Regel. Dass sich Frauen auf den Weg ins Auto-Universum begeben und ein Maschinenbau-Studium beginnen da ist immer noch jede Menge Luft nach oben, auch wenn sich immer mehr junge Frauen dafür entscheiden. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist mit Sicherheit jener, schon im Kindesalter die Begeisterung für technische Berufe zu entfachen, da man davon ausgeht, dass bereits im Volksschulalter der Grundstein für die Berufswahl gelegt wird. Hier sind sowohl der Bildungssektor als auch die Unternehmen gefragt.

Wirtschafts"faktor" Frau schon heute
Vergessen wir jedoch nicht, dass Frauen sich nicht nur in allen zukünftigen Bereichen im automotiven Sektor, etwa für ganzheitliche Mobilitätskonzepte, Konnektvität oder auch Cybersicherheit, einbringen werden. Sie tragen auch in Österreich bereits seit Jahren dazu bei, dass der (Wirtschafts-)Motor läuft. Die Statistik untermauert einmal mehr die Tatsache, dass Automobilität ganz schön weiblich ist: Im Jahr 2019 waren von den insgesamt 491.115 Angestellten im Segment "Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen" 315.572 Frauen -das sind satte 64 %. Unter den 163.034 Arbeitern in genau dieser Branche befinden sich 51.983 Arbeiterinnen - immerhin 31 % weibliche Power! 07
 

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